Posts Tagged ‘Raucherentwöhnung’

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IKEA

8. April 2009

Nach: INQA
Personalpolitik des Unternehmens ist auf Vielfältigkeit und Gleichbehandlung der unterschiedlichen Menschen im Unternehmen ausgerichtet. Ziel ist es hierbei, dass die Belegschaft einen Spiegel der jeweiligen örtlichen Bevölkerungsstruktur bildet.
Der Anteil an älteren Beschäftigten: Nur 15 Prozent der Mitarbeiter sind über 44 und nur 7 Prozent über 54 Jahre alt. Ziel von IKEA: Ältere stärker rekrutieren.
Da IKEA mit Blick auf die Belegschaftsstruktur als recht junges Unternehmen gilt, ist es jedoch nicht einfach, ältere Bewerber zu finden. Um einen besseren Zugang zu der Zielgruppe zu bekommen, kooperiert IKEA mit der dänischen Seniorenorganisation DaneAge. Hier schaltet IKEA Stellenanzeigen, die sich gezielt an Ältere richten. Alle drei Monate wird von IKEA eine Veranstaltung mit gemeinsamem Essen, einem Vortrag oder Ausflug organisiert. Nach jeder Veranstaltung gehen im Durchschnitt 20 Bewerbungen der Teilnehmer ein.
Neben dieser altersspezifischen Maßnahme gibt es eine Reihe weiterer Aktivitäten, die sich auf die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit aller Mitarbeiter beziehen:

  • es gibt eine Vielzahl von Arbeitszeitoptionen, um den unterschiedlichen Bedarfen der Mitarbeiter zu entsprechen;
  • Bewilligung von Auszeiten, wenn das Kind, der Ehepartner oder ein Elternteil erkrankt.
  • Körpermassage zweimal im Monat;
  • Einen Kurs in „healthy-lifestyle“, der ein individuelles Diätprogramm und eine Beratung zur Gewichtsreduktion beinhaltet;
  • Unterstützung, um das Rauchen aufzugeben und Stress- und Konfliktsituationen bewältigen zu können;
  • Ermäßigungen auf den Besuch von Fitnesszentren;
  • Erweiterte Krankenversicherungen, die medizinische Versorgungen und Rehabilitationstherapien in privaten Kliniken enthält;
  • Ein Projekt, in dem sich Kollegen über schonende Arbeitsweisen und Körperhaltungen austauschen (richtiges Sitzen, Stehen, Heben und Tragen).
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MAN

15. Januar 2009

Der Wind weht wieder eisiger – auch für die älteren Mitarbeiter. Damit will sich Uwe Rohrbeck nicht abfinden. Der leitende Betriebsarzt im MAN-Werk Salzgitter will wichtige Weichen stellen, damit der Lastwagen-Konzern nicht geradewegs in das demografische Problem hineinschlittert. „Der intensive Wettbewerb lässt uns einfach keine Wahl.“
Ihm geht es nicht allein darum, dass Mitarbeiter regelmäßig zur Vorsorge gehen, die bei MAN vom Blutdruckmessen über die Grippeschutzimpfung bis zum Darmkrebsscreening mannigfaltig angeboten wird. „Wir müssen auch die Angeschlagenen fit halten und so einsetzen, dass sie voll produktiv bleiben.“
Wie ernst es um die demografischen Veränderungen bestellt ist, zeigt ein Blick auf die Beschäftigtenstruktur. Bereits jeder zweite MAN-Mitarbeiter hat das 40. Lebensjahr überschritten, in zehn Jahren werden die Senioren weit in der Überzahl sein. Rohrbeck hat deshalb alle Arbeitsplätze darauf untersuchen lassen, ob sie den Bedürfnissen einer älter werdenden Belegschaft überhaupt noch gerecht werden. Ein enormes Unterfangen, sagt der Betriebsarzt. Um daraus die richtigen Konsequenzen abzuleiten, „arbeiten wir eng mit der Personalabteilung zusammen.“
Rohrbeck weiß: Ärztliche Vorsorge, Sportprogramme sowie Ernährungsberatung und Raucherentwöhnung sind nur Mosaiksteine, um die galoppierende Alterung von Belegschaften in den Griff zu kriegen. Hinzu treten müssen altersgerechte Arbeitsplätze; auch wie Arbeit organisiert ist, gehört aufs Tapet. Jobrotation etwa hilft, einseitige Belastung abzufedern und Tätigkeiten mit neuen Inhalten anzureichern. Das alles fruchtet indes kaum, wenn ältere Beschäftigte von Weiterbildung ausgeschlossen werden, weil Altwerden in der Wertschätzung so niedrig ausfällt.

in: FTD.de, 23.10.2008