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Veränderte Produktion

5. November 2014

Wirtschaftswoche 42, 13.10.14

„Inselhopping in der Werkshalle“

Veränderte Produktion: „Statt sich beim eigenhändigen Fräsen und Drehen den Rücken zu ruinieren oder die Finger schmutzig zu machen, kontrollieren die Facharbeiter heute den Gang der Maschine durch Tippen und Wischen über interaktive Bildschirme. Statt auf Weisungen zu warten, entscheiden sie selbst, in welcher Reihenfolge sie die Aufträge abarbeiten – der Bildschirm zeigt ihnen dazu alle Optionen. (…) Wer 15 Jahre dieselben Handgriffe gemacht hat, mag zuerst nicht glauben, dass es für jeden leichter wird, wenn alle mehr können . (…) “

Diese „Digitale Zukunft“, diskutiert unterdem Begriff „Industrie 4.0“. Es geht um „bestmögliche technologische Lösungen“, „die dafür nötige Qualifikation und Organisation“ der Mitarbeiter. (…) „Voraussetzung für diesen neuerlichen Effektivitäts- und Effizenzschub: radikales Umdenken, am Schreibtisch wie in der Werkshalle. Die Folge: Abteilungs- und Fachgrenzen werden eingerissen, Jobprofile ändern sich, gewohnte Arbeitsabläufe werden auf den Kopf gestellt.

Die Digitalisierung reduziert die Monotonie vieler Arbeitsabläufe und schafft Zeitsouveränität, (…) auf der anderen Seite kommt es aber zu einer enormen Beschleunigung des technologischen Wandels. (…) Es ist weniger der einzelne Handgriff, der sich ändert, es trifft die gesamte Stuktur der Arbeitsplätze, ja, das Selbsverständnis der Mirarbeiter. Steht doch nicht mehr das beherrschen einzelner Maschinen , sondern das Steuern komplexer, fach- und gruppenübergreifender Prozesse im Mittelpunkt ihrer wachsenden Verantwortung. Sie koordineren Arbeitsabläufe eigenverantwortlich, müssen sich mit Kollegen und Managern außerhalb der eigenen Abteilung abstimmen und Arbeitsprozese mitgestalten. Statt ihren Mitarbeitern von oben herab zu diktieren, was sie zu tun haben, diskutieren Führungskräfte Entscheidungen im Team und fordern vom Azubi bis zum Ingenieur Input zum Lösen von Problemen ein. (…)

Eine breite Grundausbildung, lebenslanges Lernen, Flexibilität, Projekt- und Teamarbeit sind die Schlagwörter für das Arbeiten in der digitalen Welt von morgen (…)“, eine „Revolution der Arbeitsgestaltung„.

„(…) Jeder Facharbeiter wird zum Wissensarbeiter, (…) der Mensch wird zum informierten Entscheider, der aufgrund seines Erfahrungswissens Handlungsoptionen zum optimalen Betrieb der Maschine gegeneinander abwägt und auswählt.“

(…)

„Wir haben in den Neunzigerjahren durch Lean-Management (…) an Effizienz gewonnen, jetzt können wir durch intelligente Kombination von Mensch und Technik noch mal [Ähnliches] rausholen.“

Ich meine durch Industrie 4.0 ist auch das Problem lösbar, wie ältere Mitarbeiter tatsächlich bis zum Rentenalter in der Prodkution tätig sein können. Unserer Gesellschaft braucht diese Revolution!

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