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Schlauer nach schwierigem Lernerlebnis?

23. Juni 2016

Schlauer nach schwierigem Lernerlebnis?
Hindernisse beim Multimedia-Lernen können einer Studie zufolge den Lernerfolg langfristig steigern. Zu schwierig sollten die Lektionen aber auch nicht sein. Bilder mit Audiotexten kombinieren: So lautet eine Faustregel, die das Multimedia-Lernen erleichtern soll. Wissenschaftler der Uni Erfurt bezweifeln dies: Ihre Experimente legen nahe, dass Inhalte dann besser hängen bleiben, wenn die Lerner sie sich auf die harte Tour erarbeiten müssen.

Nachhaltiges Lernen mit Multimedia profitiert mitunter von Erschwernissen – so lautet die These von Judith Schweppe und Professor Ralf Rummer, die die beiden Kognitionspsychologen der Universität Erfurt jetzt in der internationalen Fachzeitschrift „Computers in Human Behavior“ veröffentlicht haben.

Damit stellen die Wissenschaftler die bisher oft rund ums Multimedia-Lernen gehörte Empfehlung „Erleichtert den Lernenden die Verarbeitung der Lernmaterialien“ infrage. Den Forschern zufolge erschwert diese Empfehlung sogar das Lernen.

Schwierige Lektionen – langfristige Lernleistung
„Eine der wichtigsten Empfehlungen für das multimediale Lernen, die mehrfach in Lernexperimenten belegt wurde, besteht darin, Bilder oder Animationen mit gesprochenen statt mit geschriebenen Texten zu kombinieren„, erklären die Studienautoren.

Dies sei unter anderem deshalb vorteilhaft, weil gesprochene Texte und Bilder gleichzeitig wahrgenommen werden könnten, während geschriebene Texte und Bilder nacheinander verarbeitet werden müssten. Insgesamt sei dies eine Entlastung für das kognitive System der Lerner und – so die verbreitete Annahme – deshalb lernförderlich.

„In den vergangenen Jahren hat allerdings ein anderer Ansatz zunehmend Aufmerksamkeit erfahren“, erläutern Schweppe und Rummer weiter. „Es wurde nämlich demonstriert, dass vor allem die langfristige Lernleistung profitieren kann, wenn die Informationsverarbeitung während des Lernens erschwert wird. Man spricht von sogenannten ‚desirable difficulties‘ oder wünschenswerten Erschwernissen.“

Zwei Experimente mit Lernvideos

Den Forschern der Universität Erfurt war aufgefallen, dass in nahezu allen Untersuchungen zum multimedialen Lernen die Lernleistung der untersuchten Personen ausschließlich unmittelbar im Anschluss an das Lernen überprüft wurde. Rummer und Schweppe vermuteten nun vor diesem Hintergrund, dass für nachhaltiges Lernen genau das Gegenteil dessen hilfreich sein könnte, was Designern multimedialer Lernumgebungen bislang empfohlen wird.

Um diese Annahme zu prüfen, haben die beiden Kognitionspsychologen zwei Experimente durchgeführt, in denen sie anhand von Lernvideos den Einfluss von gesprochenem im Gegensatz zu geschriebenem Text dahingehend untersucht haben, wie gut die Probanden den Lernstoff verstanden und behalten haben.

Geschriebenen Text und Animation kombinieren
Bei diesen Lerntests wurde die Hälfte der Probanden unmittelbar im Anschluss an die Präsentation der Lernmaterialien getestet; die andere Hälfte erst nach einer Woche. Das Ergebnis: In beiden Experimenten schnitten diejenigen, die mit einem geschriebenen Text (und einer Animation) gelernt hatten, im langfristigen Test besser ab als diejenigen, die den Text ausschließlich gehört hatten.

Die Studienautoren schlussfolgern daraus, dass tatsächlich bereits nach einer Woche zwischen Lernen und Überprüfung der Lernleistung genau die Lernbedingung förderlich ist, die laut den Empfehlungen zur Gestaltung multimedialer Lernmaterialien zu vermeiden ist. Dieser Befund stellt somit die Empfehlungen infrage – sofern sie lediglich auf Untersuchungen beruhen, in denen die Versuchspersonen unmittelbar nach dem Lernen getestet wurden.

Quelle: https://www.haufe.de/personal/hrmanagement/Schlauer-nach-schwierigem-Lernerlebnis_80_358950.html?ecmId=19147&ecmUid=2994253&chorid=00571838&newsletter=news%2FPortal-Newsletter%2Fwirtschaft%20%2B%20weiterbildung%2F137%2F00571838%2F2016-06-16%2FTop-News-Schlauer-nach-schwierigem-Lernerlebnis

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DPA vom 13.05.09 – Studie: Firmen vernachlässigen ältere Mitarbeiter

18. Mai 2009

TNS Infratest befragte 4000 Unternehmen im Winter 2008/09

„Mittelständige Unternehmen kümmern sich nach einer Studie noch zu wenig um ihre immer älter werdenden Mitarbeiter. So gibt es deutlich weniger Weiterbildungsmaßnahmen für ältere als für jüngere Mitarbeiter, heißt es in der Untersuchung, die die Commerzbank am Mittwoch (13.05.09) zusammen mit Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berlin vorstellte. Demnach hält es fast die Hälfte der Unternehmen für problematisch, Menschen bis zum 67. Lebensjahr zu beschäftigen. Von der Leyen sagte, der demografische Wandel komme unaufhaltsam auf die Gesellschaft zu. Er werde das Land nachhaltiger prägen als die gegenwärtige Wirtschaftkrise.

Laut von der Leyen werden ältere Mitarbeiter fälschlicherweise vor allem als „Kostenfaktor“ gesehen.“ Wegen Vorruhestandmöglichkeiten „hätten viele Unternehmen überhaupt keine Erfahrung damit, was es bedeute, ältere Menschen im Betrieb zu haben. (…) auch ein Grund, warum sich Vorurteile über die Defizite älterer Beschäftigter so lange halten können, anstatt über Kompetenzen, die Chancen, die Möglichkeiten zu reden. (…)

Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, forderte die Unternehmen auf, mehr für ältere Mitarbeiter zu tun. (…) mehr gesundheitliche Vorsorge im Betrieb und den verstärkten Einsatz von altersgemischten Teams (…) Ältere Mitarabeiter (dürften) bei der Weiterbildung nicht zurückstehen (…). Gerade in der Krise müssten Unternehmen darauf achten, ihre gut ausgebildeten Fachkräfte und deren Faschwissen nicht zu verlieren.“

Die Mittelständler hätten die Bedeutung des demografischen Wandels für die eigenen Firma noch nicht erkannt. „Mit einem Personalmangel rechnen viele erst in der Zukunft – vor allem bei Auszubildenden. Der Mittelstand strebe eher eine Verjüngung der Belegschaften an – und das stehe im Widerspruch zum demografischen Trend. (…) jetzt ist die Hälfte der Mitarbeiter bei Mittelständlern zwischen 30 und 50 Jahren alt.  In wenigen Jahren hätten diese Beschäftigten das Alter erreicht, das heute oft als problematisch angesehen wird.“

„Der Umfrage zufolge fordern die Unternehmen ein gesellschaftliches Umdenken, um ältere Mitarbeiter länger beschäftigen und besser integrieren zu können.“ Gefordert werden „vorurteilsfreier Umgang der Generationen untereinander“, „Abkehr vom Jugendwahn“, „größere Bereitschaft (…), im höheren Alter zu arbeiten und zu lernen.“