Archive for Mai 2017

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Führungspersönlichkeit

14. Mai 2017

Quelle: https://www.bi.edu/research/business-review/articles/2014/03/personality-for-leadership/

„High scores in the five personality traits give us the following five characteristics of very effective leaders:

  • 1. Ability to withstand job-related pressure and stress (leaders have a high degree of emotional stability).
  • 2. Ability to take initiative, be clear and communicative (leaders are outgoing, with a high degree of extraversion).
  • 3. Ability to innovate, be curious and have an ambitious vision (effective leaders have a high degree of openness to new experiences).
  • 4. Ability to support, accommodate and include employees (effective leaders display a high degree of sociability).
  • 5. Ability to set goals, be thorough and follow up (effective leaders are generally very methodical).“

… und Frauen ahben die besseren Ergebnisse!!!

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Warnung der Bundesbank: Überalterte Gesellschaft bremst Deutschlands Wirtschaftswachstum

14. Mai 2017

Quelle: Spiegelonline

Noch floriert Deutschlands Wirtschaft. Doch mittelfristig muss sich Europas größte Volkswirtschaft auf weniger Wachstum einstellen. Der Grund: Die Zahl der erwerbsfähigen Personen sinkt deutlich.

Montag, 24.04.2017   13:41 UhrDie Überalterung der Gesellschaft dürfte ein schwächeres Wirtschaftswachstum in Deutschland nach sich ziehen. Davor warnt die Bundesbank in ihrem aktuellen Bericht für den Monat April. Der Notenbank zufolge wird in den Jahren 2021 bis 2025 das Wachstum voraussichtlich auf durchschnittlich 0,75 Prozent zurückgehen. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Wachstum in den Jahren 2011 bis 2016 betrug 1,25 Prozent.

Gegenläufig wirke zwar eine weiterhin hohe Zuwanderung, da der deutsche Arbeitsmarkt für Ausländer voraussichtlich attraktiv bleibe, so die Bundesbank. Die Notenbank-Experten gehen aber davon aus, dass die Zuwanderung nach der zuletzt sehr starken Immigration mittelfristig schwächer ausfallen wird.

Grundlage für die Prognose ist die Zahl der erwerbsfähigen Personen, die nach Berechnungen der Bundesbank in Deutschland bis zum Jahr 2025 um fast 2,5 Millionen zurückgeht. Zudem werde der Altersschnitt der Erwerbsfähigen steigen. Der Anteil der älteren Erwerbsfähigen von 55 bis 74 Jahren wird demnach bis 2025 um sieben Prozentpunkte auf fast 40 Prozent zunehmen.

„Während sich die aktuelle Lage und die kurzfristigen Perspektiven der deutschen Wirtschaft momentan günstig darstellen, belastet die demografische Entwicklung die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten“, teilte die Bundesbank mit. „Der Bevölkerungsrückgang sowie die Alterung der Erwerbspersonen in Deutschland wird das trendmäßige Wirtschaftswachstum mittelfristig deutlich senken.“

Das sogenannte Potenzialwachstum – also das mögliche Wachstum einer Volkswirtschaft bei normaler Auslastung der Produktionskapazitäten – dürfte nach Einschätzung der Bundesbank im Mittel der Jahre 2021 bis 2025 mit 0,8 Prozent pro Jahr niedriger ausfallen als mit 1,2 Prozent in der Dekade davor.

man/dpa/Reuter

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Forderungen für Familienfreundlichkeit

14. Mai 2017
  1. Zeitliche Ausweitung des Sonderkündigungsschutzes auf acht Wochen nach dem Ende der Elternzeit – Kündigungen im direkten Anschluss an die Elternzeit wären dann verboten.
  2. Der Anspruch auf Teilzeit während und nach der Elternzeit darf nicht mehr von der Größe des Unternehmens abhängen – auch Mütter, die in kleineren Unternehmen mit weniger als 15 Mitarbeitern arbeiten, hätten dann das Recht auf Teilzeitarbeit.
  3. Wer in Teilzeit arbeitet, muss auch wieder ein Recht auf eine Vollzeittätigkeit haben – damit wäre es für Mütter leichter, der Teilzeitfalle zu entfliehen.
  4. Zwingende Durchführung von bindenden Wiedereinstiegsgesprächen während der Elternzeit – Arbeitgeber wären dadurch verpflichtet, den Wiedereinstieg gemeinsam mit den Müttern zu planen und sich an ihre Zusagen zu halten.
  5. Flexible Arbeitszeiten, Recht auf Homeoffice – Eltern würden durch die flexiblere Gestaltung von Arbeitszeit- und Arbeitsort erheblich entlastet.
  6. Einführung des Diskriminierungsmerkmals „Eltern“: Benachteiligungen, die rechtlich nicht unter eine Geschlechterdiskriminierung fallen oder noch nicht die Mobbingschwelle erreicht haben, wären dadurch sanktioniert – zum Beispiel das Abhalten von Meetings außerhalb der üblichen Kitabetreuungszeiten.

Autorin: Sandra Runge, April 2017

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Frauen machen Teams schlauer

14. Mai 2017

Autorin: Barbara H. Lutz

„Mixed Leadership: Frauen machen Teams schlauer

Gemischte Teams auf der Führungsetage: Was in Ländern wie Irland vorbildlich gelöst wird, steckt bei uns noch in den Kinderschuhen. Personalentscheider sollten auf mehr Diversity und mehr weibliche Führungskräfte setzen. Denn nur so entsteht nachweislich die größte Gruppenintelligenz. Warum für rein männliche Teams an der Spitze die letzte Stunde geschlagen hat, das verrate ich Ihnen hier.

Seit 2007 haben Studien es immer wieder belegt: Gemischte Teams sind einfach innovativer. Und Unternehmen mit Frauen im Vorstand sind wirtschaftlich erfolgreicher als rein männlich aufgestellte Boards. „Mixed Leadership“ lautet deshalb die aktuelle Erfolgsformel im deutschen Personalmanagement. Was ist genau darunter zu verstehen? Grundsätzlich bezeichnet der Begriff „die gemischte Besetzung von Führungspositionen“. Dies gilt ganz klar als Diversity-Strategie. Die Notwendigkeit und Vorteile, so Gender-Diversity-Expertin Dr. Nicola Byok, hätten viele Führungskräfte mittlerweile erkannt. „Ihnen ist der Zusammenhang zwischen dem Unternehmenserfolg und dem Anteil weiblicher Führungskräfte bewusst.“

Weibliche Intelligenz: Frauen sind auf dem Vormarsch
Schauen wir in Länder wie Irland, dann sehen wir, wie das Mixed-Leadership-Prinzip vom Bewusstsein in die Betriebsstruktur großer Unternehmen positiv einfließen konnte: Schon vor sechs Jahren hatten dort 83 Prozent der untersuchten Firmen mindestens ein weibliches Vorstandmitglied! Zum Vergleich: In Deutschland sitzen gerade mal in acht Prozent der Top-Unternehmen Frauen. Warum braucht es bei uns noch Nachhilfe-Unterricht in Sachen Teamstärkung durch mehr weibliche Führungskräfte?

An sich müsste den meisten in unserer Republik der Zusammenhang zwischen Gender-Diversity und Leistungssteigerung im Team seit langem klar sein. Seit rund 20 Jahren zeigt sich bereits in den Schulen eine klare Tendenz: Mädchen starten durch, punkten mit mehr Leistung und Disziplin und beginnen öfter als Jungen mit dem Abi in der Tasche eine akademische Laufbahn. Weltweit machen Frauen häufiger und bessere Berufs- und Studienabschlüsse.

Frauen an der Spitze sind spitze
Die Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young von 2012 („Mixed Leadership; Gemischte Führungsteams und ihr Einfluss auf die Unternehmensperformance“) verglich die Teamstrukturen der 300 größten börsennotierten Unternehmen Europas und kam zu dem Schluss: Frauen an der Unternehmensspitze sind ein eindeutiger Erfolgsgarant. Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl, Börsenwert – alle Kennzahlen waren 2005 und 2010 in denjenigen Unternehmen (…) hier der Umkehrschluss: „Vernichtend ist das Urteil für jene Konzernspitzen, die auch 2010 noch reine Männerzirkel waren. Umsatz, Gewinn, Börsenwert oder Beschäftigung: Alles ist dort schlechter als beim Durchschnitt“, fasst es die Wirtschaftsredaktion des STERN zusammen. Warum werden Männer unter Männern und alle zusammen in ihrer Gruppenintelligenz im 21. Jahrhundert nicht mehr besser?

Männer und ihr mächtiges System der Angst
Der Coach und Spezialist für Positive Psychologie Nico Rose hat untersucht, was rein männliche Teams bislang ausgezeichnet hat. Seine Antwort: Männliche Teams agieren nach wie vor wie in der Pubertät. In ihren Unternehmen herrschten die gleichen Strukturen und Machtverhältnisse wie auf dem Schulhof, sagt Rose. Über Aufstieg und Fall im A-Team bestimmten die Anführer der sogenannten „dominanten Koalition“. Diese Akteure und Leader regieren ihre Clique wie Lokalfürsten ihr Reich – sie bestimmen wo es langgeht. Und wer an ihrer Seite ist, zurückfällt oder erst gar nicht hoch kommt. Mal offen, mal verdeckt, aber immer in einem Klima der Angst. „Letztlich ist dies die Art und Weise, wie die meisten Unternehmen an den meisten Orten auf der Welt in den letzten 100 Jahren geführt wurden“, so der Betriebspsychologe.

Und das Prinzip „Command and Control“ sei lange ein durchaus erfolgreiches Führungskonzept gewesen. Heute funktioniert das nicht mehr: Die globalisierte, komplexe und zutiefst heterogene Welt verlangt ein Umdenken. Außerdem war Angst noch nie ein guter Berater in Prozessen und Gruppen – weder im Leben noch im Business.

Mixed Leadership: Das Beispiel Google
Vordenker in Sachen Mixed Leadership und Gruppenintelligenz ist – wen wundert’s – ein Unternehmen, das unsere gesamte Kommunikation seit 2005 revolutioniert hat: Google International. Personalchef Laszlo Bock wollte wissen, was ein Top-Team von einem durchschnittlichen unterscheidet. Die Antwort veröffentlichte das Unternehmen im Frühjahr dieses Jahres:

Nicht die Intelligenz vieler Einzelner macht Spitzenleistungen. Sondern die Art und Weise, wie (angst-) frei und offen ein Team miteinander agiert. „Psychological Safety“ nennen das die Google-Forscher. Gemeint sei eine Arbeitsatmosphäre, in der „alle Mitglieder, unabhängig von Hierarchie, Expertise, Geschlecht usw. das Gefühl haben, ihre Meinung und ihre Ideen frei aussprechen zu können“, so Nico Rose in einem Gastbeitrag von ZEIT ONLINE.

Das Geheimnis erfolgreicher Teams liegt im angstfreien und guten sozialen Miteinander.

Dann passiert das, wovon jeder Personalverantwortliche und Spitzenmanager träumt: dass Menschen „ihr ganzes Selbst zur Arbeit bringen“. Wer angstfrei agieren kann, der wird zu Höchstleistungen motiviert. Und deshalb sitzen rein männlich geprägte „Angst“-Teams heute auf dem absteigenden Ast. Angst isst nicht nur Seelen auf, sondern auch jede Gruppenintelligenz. Das Prinzip Schulhof hat an der Führungsspitze endgültig ausgedient.

Frauen und ihre mächtige soziale Intelligenz
Achtsamkeit im Arbeitsalltag, Wertschätzung und Selbstverwirklichung – all das sind Vorbedingungen für Motivation und Kreativität im Team. Und gleichzeitig wichtige Kriterien für weibliche wie männliche Führungskräfte der Generation Y und exzellenter Fachkräfte von morgen. Der wichtigste Faktor für Mixed Leadership aber ist die sogenannte „Emotionale Sensitivität“. Ein Big Point für weibliche Führungskräfte. Denn Frauen haben nachweislich das bessere soziale Gespür und zeigen mehr Empathie im Miteinander. Eine der Schlüsselqualifikationen für unsere neue Führungskultur. „Wir müssen soziale Kompetenzen fördern, statt Wissen zu lehren, das ich googeln kann“, bringt es Innovations-Experte Jens-Uwe Meyer auf den Punkt. Bingo!

Mixed Leadership steigert Gruppenintelligenz
Fazit: Weibliche Führungskräfte und damit Mixed Leadership steigern die Gruppenintelligenz, weil sie angstfreie Diskurse und Prozesse unterstützen. Ein Gedankenanstoß zum Schluss: Allein das Thema Fachkräftemangel sollte gestrige Führungsfürsten zum Kurswechsel hin zu Mixed Leadership veranlassen. Denn wir besitzen in Deutschland eine ganze Generation gut ausgebildeter Frauen: exzellente Nachwuchskräfte für unsere Wirtschaft, an denen es weiß Gott mangelt. Also schnappt euch mehr weibliche Talente! denn:

  • die Unternehmen, die weibliche Karrieren fördern und Männer wie Frauen chancengleich auf allen Ebenen einsetzen, nutzen 100 Prozent des Talentpools an Nachwuchskräften
  • Mit Mixed Leadership und gemischten Teams auf allen Ebenen steigern Unternehmen ihren Wettbewerbsvorteil, können effektiver auf die Bedürfnisse ihrer Kunden reagieren und passgenauere Produkte anbieten als die Konkurrenz.“

Dieser Beitrag wurde Erstveröffentlicht auf dem Blog von Barbara H. Lutz.

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Arbeit und Kindererziehung gleichzeitig

14. Mai 2017

«Frauen wird vorgegaukelt, es sei keine grosse Sache, zu arbeiten und nebenher noch Kinder aufzuziehen»

Veröffentlicht: 24. März 2017
Vorgestellt in: Favoriten der Redaktion, Job & KarriereSascha Hardegger
Gründer, Teilhaber & Content-Stratege Text- und Übersetzungsagentur etextera

Was die Vereinbarung von Familie und Beruf angeht, ist die Schweiz ein Entwicklungsland, sagt Sibylle Stillhart*. Sie ist Autorin des Buches «Müde Mütter – fitte Väter. Warum Frauen immer mehr arbeiten und es trotzdem nirgendwohin bringen». – Redaktion/Interview: Text- und Übersetzungsagentur etextera (Originaltext)

Frau Stillhart, Ihr Buch trägt den Titel «Müde Mütter – fitte Väter». Was hat es mit den erschöpften Frauen auf sich?

Bekam eine Frau vor 20 Jahren Kinder, legte sie für ein paar Jahre eine Mutterschaftspause ein und kehrte erst dann wieder zurück in den Beruf. Heute arbeiten Frauen trotz Kinder fast nahtlos weiter – weil sie es wollen und immer besser ausgebildet sind, aber auch weil es ihnen nahegelegt wird. Die Anforderungen an Frauen sind heute also sehr viel höher. Gleichzeitig – und das ist das Zermürbende – haben sich die Strukturen nicht wirklich verändert: Der Arbeitsweg ist zum Teil lang, Krippen sind teuer und das Schulsystem ist mit 13 Wochen Ferien im Jahr nicht kompatibel mit dem Ferienpensum der Eltern – welches lediglich vier bis fünf Wochen umfasst. Aber es gibt doch die neuen Väter! Sie wickeln und füttern ihre Kinder, arbeiten Teilzeit und legen Vatertage ein.

Das stimmt. Väter kümmern sich heute sehr viel mehr um ihre Kinder als es ihre eigenen Väter getan haben. Allerdings definieren sich die meisten trotzdem noch über Arbeit und Gehalt. Ruft der Chef, springen sie schneller, als ihr Nachwuchs den Brei geschluckt hat. Auch hier sind das Hauptproblem die Strukturen: Es bräuchte endlich mehr Teilzeitstellen – auch für Väter, auch in hoch qualifizierten Jobs mit Führungsverantwortung. Zudem stecken wir immer noch in alten Rollenbildern fest: Männer müssen arbeiten, Frauen dürfen arbeiten und gelten lediglich als Zuverdienerinnen.

Die meisten Paare wünschen sich heute eine partnerschaftliche Arbeitsteilung – sowohl was die Erwerbsarbeit angeht, als auch die Familienarbeit. Doch sobald das erste Kind da ist – so zeigen Studien – fallen die meisten in die klassische Rollenteilung zurück.

In der Theorie kann man eben viel beschliessen, die Praxis sieht dann ganz anders aus. Die meisten jungen Frauen machen sich heute nicht wirklich Gedanken über die Vereinbarkeit, weil ihnen medial vorgegaukelt wird, dass es keine grosse Sache sei, zu arbeiten und nebenher noch Kinder aufzuziehen. Erst wenn sie vor Erschöpfung abends in der Waschküche einschlafen, weil sie 50 Prozent im Büro arbeiten und 100 Prozent im Haushalt, realisieren sie, dass alles eine grosse Lüge ist.

Keine Frau sagt: «Ich schaff das bald nicht mehr» – obwohl es vielen so geht

Trotzdem hört man wenig von chronisch gestressten, arbeitenden Müttern.

Das ist tatsächlich interessant. Fast keine Frau sagt: «Ich schaff das bald nicht mehr.» Obwohl es vielen so geht. Ich vermute, die Betroffenen vermeiden dies auszusprechen, um nicht jenen konservativen Stimmen Recht zu geben, die dann triumphieren könnten: «Wir haben es ja schon immer gesagt, bleibt halt daheim.» Ausserdem sind viele berufstätige Mütter derart motiviert, dass sie es unbedingt irgendwie schaffen wollen. Obwohl die Last riesig ist. Was jedoch das Burnout-Risiko bei berufstätigen Müttern steigen lässt. Solche Fälle nehmen zu.

Sie selbst haben Ihren Job gekündigt, weil Ihnen die Doppelbelastung zu viel wurde. Nun arbeiten Sie freischaffend. Haben Sie kapituliert?

Ja, ich sehe es schon als Kapitulation. Ich konnte einfach nicht mehr, die Belastung war zu gross. Jetzt, wo ich meine eigene Chefin bin, mir meinen Arbeitstag besser einteilen kann, ist es viel leichter, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Aber ich verdiene natürlich auch deutlich weniger. Das Verrückte ist: Wir haben trotzdem nicht weniger Geld am Ende des Monats zur Verfügung. Denn zum einen zahle ich nun sehr viel weniger Steuern, zum anderen sind die Kita-Kosten gesunken, weil wir nicht mehr zwei gut Verdienende sind.

Warum bleibt Ihr Mann nicht zu Hause?

Wegen dem Gehalt – ganz klassisch. Männer verdienen immer noch mehr als Frauen, machen immer noch schneller Karriere. Da gibt es nichts zu diskutieren. Arbeiten beide Elternteile hingegen 50 Prozent, muss man in Kauf nehmen, dass weder Mann noch Frau Karriere machen. Das wollen viele schon aus finanziellen Gründen nicht riskieren. Wir leben leider in einer auf Männer ausgerichteten Arbeitswelt: Muttersein ist für Frauen ein Karrierehindernis, ein Vater hingegen wird eher noch befördert.

Viele der 100 Prozent-Jobs liessen sich auch in 70 Prozent der Zeit erledigen

Liegt es vielleicht auch in der Verantwortung der Frauen, ihre Männer mehr einzuspannen, Arbeiten zu delegieren und ihnen Kinder und Haushalt zuzutrauen?

Dieser Punkt wird zwar oft genannt aber führt am eigentlichen Problem vorbei. Ich jedenfalls gebe sehr gerne ab. Und die meisten anderen Frauen ebenfalls.

Was muss sich also konkret ändern?

Wir brauchen mehr Gelegenheiten, um flexibler arbeiten zu können, wie etwa im Home-Office. Ein Ferienkonto wäre gut, damit Eltern die unendlich vielen Schulferien auffangen können. Wir brauchen eine bessere Qualität der Krippenplätze, besser ausgebildetes aber auch bezahltes Personal und vor allem günstigere Plätze. Bei berufstätigen Müttern mit zwei Kindern geht heute fast das ganze Geld für Kitagebühren drauf. Auch die Steuern müssten gesenkt werden, damit sich Arbeiten für Mütter lohnt. Heute zahlen wir sogar drauf, nur um weiter im Job zu bleiben. Vor allem aber sollten wir dringend eine Diskussion über Arbeitszeiten führen – schliesslich haben wir in der Schweiz eine der höchsten. Ist denn ein Arbeitstag von 8,5 Stunden wirklich sinnvoll? Wer kann so lange effizient arbeiten? Und, seien wir doch mal ehrlich: Viele der 100 Prozent-Jobs liessen sich auch in 70 Prozent der Zeit erledigen.

Warum setzen sich Frauen nicht mehr für diese Anliegen ein, etwa auf politischer Ebene?

Es gibt vereinzelte Stimmen, aber insgesamt viel zu wenige. Vielleicht, weil immer noch die älteren Männer die politische Agenda beherrschen. Medial ist es ganz ähnlich. Hinzu kommt: Wenn schon Frauen untereinander kaum darüber reden, wie soll dann die Aussenwelt wissen, dass es Thema ist? Ausserdem schauen wir zu wenig über den Tellerrand: Viele halten 14 Wochen Mutterschaftsurlaub für eine tolle Errungenschaft ohne zu merken, wie es in anderen Ländern funktioniert, wie etwa Skandinavien. Dann würden wir nämlich erkennen: Was die Vereinbarung von Familie und Beruf angeht, ist die Schweiz ein Entwicklungsland