Archive for 1. Oktober 2015

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Frauenquote

1. Oktober 2015

Kaum zu glauben! Äußerungen des Headhunters Achim Brühne im Interview

„Moment mal. Inwiefern schaden mehr Frauen einem Unternehmen?
Vor allem indirekt. Lassen Sie mich eine Bespiel aus der Praxis nennen: Ein Dax-Konzern hat vor einiger Zeit eine freiwillige Frauenquote auf Führungsebene eingeführt. Die Folge: Viele fähige männliche Mitarbeiter haben seitdem das Unternehmen verlassen, weil sie sich ihrer beruflichen Zukunft beraubt sehen. Öffentlich traut sich das natürlich keiner zu sagen! Als Headhunter bekomme ich viele Bewerbungen von frustrierten Managern, die sich durch die Frauenquote übergangen fühlen.

Aber wenn männliche Manager durch fähige Frauen ersetzt werden, schadet das dem Unternehmen doch nicht.
Das muss man differenzierter sehen! Um die Quote zu befriedigen, suchen Unternehmen händeringend nach Managerinnen. Gerne würden wir Personalberater häufiger fähige Frauen vorschlagen. Auf höheren Ebenen gibt es aber leider noch viel zu wenige Managerinnen mit der nötigen Expertise. Viele werden wegen der Quote zu früh nach oben befördert und verbrannt. Das ist weder gut für sie, noch fürs Unternehmen. Es wird noch einige Jahre dauern, bis genügend Frauen auf der mittleren Ebene angekommen sind. Mancher Mittelständler tut da übrigens mehr für aufstrebende Frauen als ein Konzern.“

Quelle: wiwo 40/15

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Jung und Alt gemeinsam produktiv

1. Oktober 2015

Quelle: www. innocat

„Wie lässt sich die Innovationsfähigkeit und Kreativität von altersgemischten Teams stärken und fördern? Die Antwort auf diese Frage dürfte viele Unternehmen angesichts des demografischen Wandels und sich dadurch verändernder Altersstrukturen in der Belegschaft aktuell brennend interessieren.

Denn noch gibt es in der Praxis häufig Schwierigkeiten, wenn Jung und Alt zusammenarbeiten sollen. (…)  Teilweise sind das jedoch Vorurteile, die gerade, wenn sie in der Führungsebene vorherrschen, negative Auswirkungen auf das Arbeitsklima haben können“, erklärt Kristina Küper. Sie koordiniert das „Innokat“-Projekt am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Gemeinsam mit ihren Kollegen sowie Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum und der RWTH Aachen hat Küper in dem Projekt Antworten auf Fragen zur Produktivität altersgemischter Teams gesucht.

Dazu haben die Wissenschaftler in Kooperation mit zwei mittelständischen Unternehmen die Zusammenarbeit in altersgemischten Team untersucht und verschiedene Trainings- und Entwicklungsmaßnahmen konzipiert, erprobt und evaluiert. (…)

„Die von uns entwickelten Maßnahmen setzen deshalb an drei verschiedenen Arbeitsebenen an: bei den einzelnen Beschäftigten, altersgemischten Teams und den Führungskräften„, so Küper. [Genau das sind auch die Ansatzpunkte von NETZ Training + Beratung! Siehe www.netz-training.eu]

Über drei Jahre Projektarbeit hinweg konnten die Wissenschaftler so wirksame Maßnahmen auf allen drei Ebenen identifizieren.

Auf der individuellen Ebene hätten vor allem kognitive Trainings und ein effektiver Umgang mit Stress Wirkung gezeigt. (…) Zum einen ließe sich die stressbedingte Erschöpfung, die bei älteren Beschäftigten nachweislich ansteigt, durch Trainingsmaßnahmen zum Umgang mit Stress mindern. Auf der anderen Seite würden kognitive Trainings präventiv auf die Gedächtnisleistung einwirken – auch bei den jüngeren Mitarbeitern: Im Projekt hätten sich etwa kognitive Trainings des Kurzzeitgedächtnisses für alle Altersgruppen als hilfreich erwiesen. Diese Trainings verbesserten nicht nur das Kurz- und Langzeitgedächtnis, sondern verminderten auch die Ablenkbarkeit deutlich und erleichterten somit das schnelle und zielorientierte Handeln der Mitarbeiter, wie die Projektergebnisse zeigen.

Die Zusammenarbeit in Team habe in Unternehmen maßgeblichen Einfluss auf den Innovationserfolg, so die Forscher. Auf dieser Arbeitsebene könne Partizipation helfen: Werden die Angestellten bei der Zielsetzung und der Bestimmung von Kriterien zur Leistungsbewertung beteiligt, sei sowohl die Identifikation mit dem Team als auch die Motivation im Team größer, was zu einem positiveren Teamklima beitrage, so die Erkenntnisse der Forscher. Dadurch werde die Produktivität des Teams insgesamt gesteigert.

Auch der Führungsstil könne dazu beitragen, altersgemischte Teams zu harmonisieren und auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören, so ein weiteres Ergebnis des „Innokat“-Projekts. Dabei müssten Führungskräfte häufig zunächst für das Potenzial älterer Arbeitnehmer sensibilisiert werden. Erst wenn Altersvorurteile aus dem Weg geräumt sind, könne die Effektivität von altersgemischten Arbeitsteams erhöht werden. Dafür empfehlen die Wissenschaftler den Führungsstil „Servant Leadership“, bei dem die Führungskraft sich als Dienstleister des Unternehmens versteht und einen besonderen Fokus auf die Interessen der Mitarbeiter setzt. Dieser habe sich im Projekt als positiv auf die Leistungs- und Innovationsfähigkeit ausgewirkt, berichten die Forscher. [NETZ Training + Beratung setzt auf den Transformationalen Führungsstil] (…).“

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Frauenförderung – Wachstumsschub

1. Oktober 2015
SZ 29. September 2015

Elisabeth Dostert

„So klappt es vielleicht doch noch mit der Gleichberechtigung, wenn schon soziale und moralische Argumente nicht helfen. Es gibt handfeste wirtschaftliche Gründe, Frauen und Männer in der Arbeitswelt gleichzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen McKinsey in der neuen Studie „The Power of Parity“. Wenn das wirtschaftliche Potenzial von Frauen, die weltweit rund die Hälfte der erwerbsfähigen Bevölkerung stellen, nicht gehoben werde, leide die Weltwirtschaft. Die Berater haben die Ungleichheit in 95 Ländern anhand von 15 Indikatoren gemessen, etwa politischer Mitsprache oder Zugang zu Bildung.

Die Experten haben Szenarien berechnet, um wie viel das Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahr 2025 höher ausfallen könnte, je nach dem welche Fortschritte die Gleichberechtigung macht. Wenn alle Länder einer Region sie so schnell vorantreiben wie das beste Land dieser Region, würde die Wirtschaftsleistung bis 2025 weltweit um 11,8 Billionen Dollar steigen. Im besten Fall, wenn Frauen im Arbeitsleben die gleiche Rolle zukommt wie Männern, läge der Zuwachs bei 28 Billionen Dollar. Der Wert entspricht der heutigen Wirtschaftsleistung der USA und Chinas zusammengerechnet.

Einen sehr hohen Grad an Ungleichheit machten die Experten in Ländern in Nordafrika, dem Mittleren Osten und Südasien aus. Die größten Probleme weltweit seien ungleiche Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt, hohe Müttersterblichkeit, die rechtliche Benachteiligung, eine geringe politische Mitsprache sowie Gewalt. In Westeuropa hat sich McKinsey acht Länder angesehen. Bei den gesellschaftlichen Faktoren schneiden sie im internationalen Vergleich „sehr gut“ ab. In der Arbeitswelt herrsche allerdings eine „hohe bis sehr hohe“ Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Deutschland liegt über alle Indikatoren hinweg auf Platz fünf hinter Norwegen, Schweden, den Niederlanden und Frankreich. Beim Indikator „Besetzung von Führungspositionen“ landete Deutschland nur auf Platz sieben, schlechter sieht es nur in den Niederlanden aus. Dabei käme mehr Gleichberechtigung auch Deutschland zugute. Wenn das Land so schnell damit vorankomme wie Norwegen, dem besten der Region, könnte das Bruttoinlandsprodukt bis 2025 um 430 Milliarden Dollar zulegen. Das setzt allerdings voraus, dass sich zum Beispiel die Erwerbstätigenquote von Frauen und Männern annähert.“