Archive for Dezember 2014

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Die Frauenquote führt nicht zu wirtschaftlichem Erfolg

30. Dezember 2014

Wirtschaftswoche 50, 8.12.2014

IAB 1993-2012, Längsschnittuntersuchung

„(…) drei statistische Zusammenhänge:

Je höher der Anteil weiblicher Führungskräfte, desto häufiger wurden Programme zur Frauenförderung innerhalb des Unternehmens umgesetzt. Ebenso waren die Löhne der Angestellten im Mittel niedriger; und noch erstaunlicher: Je mehr Frauen in den untersuchten Unternehmen in Führungsverantwortung standen, umso niedriger waren Umsatz und Gewinn.

Der Anteil der weiblichen Führungskräftte ist dabei jedoch laut Studie nicht die Ursache der schlechten Unternehmensentwicklung, sondern das Symptom eines anderen Zusammenhangs: Weniger erfolgreiche und kleinere Unternehmen werden relativ gesehen häufiger von Frauen geführt. Dies dürfte an der Affinität weiblicher Arbeitnehmer zu bestimmten Tätigkeiten liegen. Diese Wirtschaftszweige, etwa Pflege, Gesundheit oder Bildung, zählen zu den zersplitterten und wenig ertragstarken Branchen.

(…) Für den Erfolg von Unternehmen sind alle möglichen Indikatoren ausschlaggebend. Ein hoher Frauenanteil in der Führung ist aber weder ein Risiko noch ein Erfolg für die Gleichberechtigung.“

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„Generation Relaxed“ übernimmt Führungsetagen

30. Dezember 2014

„Für junge Menschen in Deutschland steht das Privatleben weit über Karriere, Geld und Macht. Stattdessen wollen sie privates Glück finden – und sich verwirklichen. Wie soll dieses Berufsleben aussehen.

Die junge Generation fordert eine neue Work-Life-Balance, ohne Stress, aber mit viel Selbstverwirklichung. (…) Zu viel Arbeit, so heißt es jetzt, mache krank. Ein Mensch, der zu viel arbeite, sei ein bedauernswertes, von vielerlei Lebensdingen abgeschnittenes Mangelwesen. (…)

Dieser Befund ist inzwischen statistisch belegt. „Karriere zu machen, ist nicht mehr en vogue.“ So fasste der Schweizer Headhunter Sandro Gianella den neuen Trend kürzlich zusammen – einer, der es wissen muss, denn das Machen von Karrieren ist sein Beruf. Und alle paar Wochen kommt eine weitere Umfrage heraus, die Gianellas erstaunlichen Befund bestätigt. 2014 hat gute Aussichten, zum Jahr der besorgten Elitenumfragen zu werden.

Den Anfang machte zu Jahresbeginn die Unternehmensberatung Odgers Berndtson. Sie befragte die 500 größten deutschen Unternehmen, und über 70 Prozent ihrer Personalchefs erklärten: Ja richtig, der Führungsnachwuchs sei immer seltener bereit, berufliche über private Lebensziele zu stellen.

Dazu passen die Aussagen, die Odgers Berndtson in einer weiteren Umfrage von rund 1000 deutschen Führungskräften einholte: Die Freude am Spitzenjob selbst, an der eigenen Führungsaufgabe, steht bei den Managern nicht mehr unbedingt an erster Stelle. Es muss schon so zugehen, dass sie dabei ihre individuellen Talente und Stärken ausleben können. Und es muss möglich sein, Privatleben und Führungsverantwortung in ein akzeptables Verhältnis zu bringen. In Zahlen ausgedrückt: Die Lebenszeit, die sie bereit sind, in den Job zu stecken, sollte von derzeit gut 60 Prozent auf maximal 52 Prozent sinken.

Was heißt das? Ist der, auch gegen sich selbst, harte Hund an der Spitze ein Mann von gestern – wird er von einer Generation Weichei ersetzt? Adrian Fischer, der Leiter der Studie, sieht es nicht so. Dem Magazin „Impulse“ skizzierte er eine kleine Geschichte der deutschen Managermentalität seit dem Krieg. In der Aufbauzeit sei es darum gegangen, Wohlstand zu sichern. Später um steile Karrieren samt Statussymbolen. „Heutzutage sehen die Prioritäten anders aus.“ Eine ganz normale Entwicklung also vom rigiden Stil der frühen Jahre zu einer Epoche komplexer gewordener Ansprüche, aber eben auch Möglichkeiten.

Wie es ausschaut, wird uns dieser neue Managertypus erhalten bleiben, denn der Nachwuchs denkt genauso. In einer weltweiten Studie ließ der Telekommunikationskonzern Telefónica über 12.000 junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren aus 27 Ländern befragen – unter anderem danach, was ihnen die größten Sorgen bereite. Nirgendwo in der befragten Welt rangierte die Sorge um die eigene Lebensplanung so weit oben wie in Deutschland.

Materielles, ließen die jungen Leute ihre Interviewer wissen, interessiere sie eher wenig. Nach ihren Zielen im Leben gefragt, gaben nur vier Prozent an, einmal reich sein zu wollen. Aber 84 Prozent wollten glücklich werden. Die Frage ist, was solche allgemeinen Wünsch-dir-was-Aussagen von Leuten im Studentenalter wert sind, wenn es erst einmal in die Wirklichkeit des Berufslebens geht. Eines kann man an ihnen wohl ablesen: Wer materielle Ziele hintanstellt, der hat halt keine dringenden – wer nicht reich werden will, ist es vielleicht schon.

Es ist wenig erstaunlich, wenn in den Söhnen und Töchtern eines reichen Landes nicht der gleiche unbändige Wille brennt, sich aus Not und Entbehrung herauszuarbeiten, wie er in ihren Großeltern nach 1945 brannte. Dazu passen die Antworten auf eine andere Frage, die Telefónica den jungen Leuten stellte: Was das Wichtigste im Leben sei – Geld und Karriere, Familie oder Freunde? Die Mehrheit stellt die Familie auf Platz eins ihrer Lebensziele, weit vor Geld und Karriere.

Im Frühjahr dann legte die Unternehmensberatung EY eine Studie vor. Auch bei ihren 4300 deutschen Studenten sticht die hohe Wertschätzung der Familie ins Auge. Nach ihren Vorbildern gefragt, fallen zwar auch die Namen der üblichen Verdächtigen. Steve Jobs, Mark Zuckerberg, der Dalai Lama und allen voran Angela Merkel. Aber all diese Vorbilder schlägt einer um Längen, dem man es in den letzten Jahrzehnten am allerwenigsten zugetraut hätte – der Herr Papa, dicht gefolgt von der Frau Mama.

Wenn das zutrifft, dann wäre der Generationenkrieg, der so lange so konstitutiv für Deutschland war und ohne den die deutsche Nachkriegskunst, Nachkriegsliteratur, Nachkriegspolitik nicht denkbar sind – dann wäre der sechzigjährige deutsche Generationenkrieg aus und vorbei. Dann herrschte Frieden zwischen Müttern und Töchtern, Vätern und Söhnen, und nur noch ewig Gestrige greinten den rebellischen Zeiten nach. Die Jungen winken ab.

(…) verblüffende Dinge. Auch zu ihren Berufswünschen befragte EY die Studenten und fand heraus: Fast ein Drittel der Befragten wünscht sich eine Zukunft im Staatsdienst – was soll mir die Freiheit, wenn ich ein deutscher Beamter werden kann? So hätte die Generation Heinz Erhardt auch geantwortet.

(…) Ob die Bereitschaft zu Überstunden sinke, wollten wir wissen. Ob Sabbaticals schon früh ein Thema seien; ob der Wunsch nach Home-Office-Arbeit zunehme, die Bereitschaft, eine Weile ins Ausland zu gehen, hingegen ab? Ob eher mal auf eine Beförderung verzichtet werde, um mehr private Zeit zu haben – oder ob das alles bloß Randerscheinungen seien und es ist, wie es immer war: Wer Erfolg will, muss hart dafür arbeiten?

Herausgekommen ist ein dreigeteiltes Bild der deutschen Arbeitswelt der Gegenwart. Man könnte folgende Kategorien daraus bilden: den neuen deutschen Stil, den alten Industriestil und den kalifornischen Stil.

Die Antworten der meisten Personalchefs lassen sich auf die Formel bringen:

  • Position eins: Ja, es gibt bei jungen Leuten verstärkt den Wunsch nach mehr Vereinbarkeit privater und beruflicher Ziele, aber wir haben das Problem längst erkannt und hätten da einige hübsche Angebote.
  • Position zwei: Wissen Sie, wir sind so gut und so global aufgestellt – wer zu uns kommt, der weiß, was er daran hat, und legt sich entsprechend ins Zeug.
  • Position drei: Sie stellen die Frage falsch, nämlich ganz altmodisch – Arbeit versus Leben. Bei uns ist Arbeit und Leben ein und dasselbe.

Es ist nicht schwer zu erraten, wer wie geantwortet hat. „Spot a problem. Analyse it. Solve it.“ So beschrieb das amerikanische Nachrichtenmagazin „Newsweek“ nach dem gewonnenen Weltmeistertitel den deutschen Erfolgsstil, und nicht nur im Fußball: ein Problem erkennen. Es durchdringen. Es lösen. Das trifft es ganz gut. So könnte man den geschmeidigen neuen Stil beschreiben, mit dem der Mainstream der deutschen Wirtschaft auf den Trend weg vom Absolutismus der Arbeit reagiert.

Für Siemens etwa berichtet Markus Kumpf, das Interesse an Sabbaticals sei „stark gestiegen“ und auch bei der Home-Office-Arbeit sei „die Tendenz eher steigend“. Eine Abnahme der Bereitschaft, Überstunden zu machen, ins Ausland zu gehen oder aus privaten Prioritäten auf eine Beförderung zu verzichten, kann er bei Siemens hingegen nicht erkennen. Kumpf legt dabei Wert auf die Feststellung, dass Siemens diesen neuen Wünschen seiner Mitarbeiter vielfältig entgegenkomme, etwa „durch unser Modell der flexiblen Arbeitszeiten und die Einführung der Vertrauensarbeitszeit“. Letztere biete „eigeninitiativ Möglichkeiten, Arbeitsspitzen aus einem Zeitraum unmittelbar durch Zeitausgleich zu einer anderen Zeit“ zu kompensieren.

Ähnlich antworten die Deutsche Bank und Daimler. Man sieht die neuen Wünsche und kommt ihnen, so gut es geht, entgegen – es ist aber nicht so, dass in diesen klassischen Branchen der deutschen Wirtschaft eine Revolution stattfände und Arbeit dabei wäre, ihren Charakter grundlegend zu verändern. Man nimmt Anpassungen an ein etwas verändertes Lebensgefühl vor, (…).

Expliziter und auch vielfältiger kommt Roland Berger dem Trend entgegen, (…) „Unser übliches Arbeitsmodell sieht keine strikt geregelten Arbeitszeiten vor, denn Beratung findet beim Kunden statt und nach ihm richten sich Einsatzzeiten und -orte.“ Man habe nur Spaß am Beruf, „wenn man den richtigen Ausgleich findet. Deshalb bieten wir unseren Beratern normalerweise bereits nach zwei Jahren Firmenzugehörigkeit an, sich eine ‚Auszeit‘ zu nehmen. Viele Kollegen nehmen diese Option aber auch erst später wahr.“ Sabbaticals bei Berger? Ja, sicher, etwa für „eine akademische Weiterbildung, eine Promotion in unserem Doktorandenprogramm oder eine persönliche Auszeit für die Familie oder eine Weltreise“. Oder soziale Verantwortung übernehmen im firmeneigenen „Social-Fellowship-Programm“. Und so weiter.

Auch Mirja Thomsen von der Werbeagentur Scholz & Friends kennt die Generation mit dem Lebensziele-Mix recht gut. „Es ist tatsächlich die Generation Y, die andere Prioritäten setzt. Andere als Geld und Erfolg. Diese Generation legt mehr Wert auf das Privatleben, auf die Beziehung, auf den Freundeskreis, auf Reisen. Das muss keine Fernreise sein. Es reicht auch, mit dem Campingwagen an die Nordsee zu fahren und zu surfen.“ Und: „Ich bemerke auch in Vorstellungsgesprächen solche Tendenzen. Habe ich wirklich 45 Minuten Mittagspause? Muss ich durcharbeiten? Mein Freund lebt in einer anderen Stadt, ich würde gern um 16 Uhr gehen, geht das? Diese Fragen werden verstärkt gestellt.“

Eine feste Burg deutscher Industriekultur ist nach wie vor die Autobranche, und eines ihrer unverwüstlichen Symbole ist die Marke VW. Und so fallen die Antworten auf unsere Fragen aus Wolfsburg denn auch deutlich robuster aus als bei Branchen, die näher am Lifestyle siedeln.

Volkswagen ist für Berufseinsteiger hoch attraktiv“, sagt Martin Rosik, Leiter Personal bei VW, „eben weil das Unternehmen nahezu unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Wer möchte, kann bei verschiedenen Marken und in vielen Ländern der Welt arbeiten, ohne dafür den Arbeitgeber wechseln zu müssen. Viele junge Leute, die zu uns kommen, wissen das sehr zu schätzen.“ Wunsch nach Home-Office nimmt zu. (…) Sinkt die Bereitschaft zu Überstunden beim Nachwuchs? Rosik: „k. A., da nicht feststellbar.“ K. A. heißt: keine Antwort. Nimmt der Wunsch nach Home-Office-Arbeit bei jungen Leuten zu? Rosik: „k. A., da nicht feststellbar.“ Wird heute eher einmal auf Beförderung verzichtet, um mehr private Zeit zu haben? „Keine Fälle bekannt.“ Martin Rosiks einzige Konzession an unser Thema ist die Aussage: „Auch ältere Arbeitnehmer wissen es zu schätzen, wenn sich Beruf und Privatleben gut miteinander in Einklang bringen lassen.“ (…)

(…) Ursula Schwarzenbart, Leiterin Global Diversity der Firma Daimler (…) wurde einmal von der Süddeutschen Zeitung „Die Männer-Versteherin“ genannt. [Sie fragt,] „Kann es nicht vielleicht sein, dass das viele Schreiben über Work-Life-Balance-Themen auch einen Einfluss darauf nimmt, ob sich Menschen ausgeglichen in ihrem Beruf fühlen?“ (…), dass das Verlangen nach mehr Life und weniger Work real ist oder nur eine sich stetig selbstverstärkende Rückkopplung ist. (…)

Google setzt auf Spaßmöbel und Spaßarchitektur. Ganz darauf bedacht, Reibungen zu verhindern, ist die Firma Google. Frank Kohl-Boas, Personalleiter von Google Nordeuropa, übt erst einmal Ideologiekritik an unseren Fragen: „Diese Frage zielt meiner Meinung nach noch sehr auf das herkömmliche Verständnis von ‚Arbeit‘ ab. Dieses Verständnis geht von Arbeit als einer geregelten Tätigkeit in einem geregelten Zeitrahmen aus. Das Arbeiten findet parallel zum Leben statt und in einer Zeit, die die Menschen praktisch verkaufen, weshalb man dann auch von ‚Work-Life-Balance‘ spricht. Bei Google arbeiten dagegen Menschen, die ein Umfeld suchen, in dem sie sich einbringen und entfalten können. Unsere Mitarbeiter machen das, was sie tun, weil sie es gerne tun, sodass es Teil ihrer Selbstverwirklichung ist.“ (…)

(…) Man gebe, bei „Google“ natürlich, die Suchwörter „Google“ und „Zürich“ und „Fotos“ ein. Was man erblickt, ist real. Es ist die Gemütslandschaft der neuen Arbeitswelt. Google-Mitarbeiter in bunten Waben sitzend, spielend, denkend. Mitarbeiter, Rutschen hinabrutschend. Mitarbeiter, vor Flatscreens in Wannen liegend. Spaßmöbel in einer Spaßarchitektur, bereitgestellt von einem Konzern, dessen Geschäftsmodell es ist, die Welt in einen Spaßplaneten zu verwandeln. Nur ein paar unausrottbare Ignoranten fürchten, es werde eher eine Spaßdiktatur sein, die wenig Spaß versteht, wenn es ums Spaßmonopol geht. Google allmächtig.

Die junge Generation weiß, was auf sie zukommt

Am anderen Ende dieses Spektrums finden sich die alteingesessenen Institutionen wieder. Etwas so Deutsch-Solides wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend etwa. Das Ministerium gab dieses Jahr beim Institut für Demoskopie in Allensbach eine „Repräsentativbefragung der 20- bis 34-jährigen Bevölkerung“ in Auftrag. „Repräsentativ“ bedeutet, die Zahl der Befragten ist groß genug, um zutreffende Schlüsse auf die ganze Generation zuzulassen.

Deutschland altert und muss länger arbeiten

Gefragt wurde nach dem, was etwas verklausuliert „demografischer Wandel“ genannt wird. Das Ministerium wollte herausfinden, wie die junge Generation auf die Tatsache reagiert, dass die Jugend eine Minderheit in einem Land sein wird, in dem die Alten die Mehrheit stellen.

Erster Befund: Die junge Generation ist aufgewacht. Sie weiß jetzt, was auf sie zukommt. In der Hitparade ihrer Sorgen steht der demografische Wandel ganz oben, noch vor der Euro-Krise, dem Klimawandel und der Staatsverschuldung.

Zweiter Befund: Die Jungen machen sich keine Illusionen, was staatliche Vorsorge angeht. Sie wissen, so hemmungslos, wie sich die Generationen vor ihnen auf den Staat verlassen haben, werden sie es nicht mehr können. Eigenvorsorge wird wichtiger werden. Sie erwarten, bei der Angehörigenpflege stärker in die Pflicht genommen zu werden, dazu eine längere Lebensarbeitszeit, und die Steuern werden wohl dennoch weiter steigen, um die enormen Lasten eines überalterten Landes zu bewältigen.

Dritter, unser Thema direkt betreffender Befund: Gefragt nach ihren Lebenszielen, antwortet die junge Generation: gutes finanzielles Auskommen, sicherer Arbeitsplatz, glückliche Partnerschaft, und ein paar schöne Reisen wären gut. Sechzig Prozent streben Wohneigentum an. „Pragmatisch“ nennt das Ministerium diese Einstellung. Diese Interpretation klingt ein bisschen nach Enttäuschung der Altvorderen über diese unrebellische, so gar nicht mehr utopisch gestimmte Jugend. Dabei formuliert diese mit ihrer Haltung doch nur die Hoffnung auf ein Lebensglück, wie wir Menschen sie immer hegten, vermutlich seit der Steinzeit.

Was hilft gegen die Vergreisung?

(…) Nach Ansicht der Befragten erstens mehr Generationengerechtigkeit – und zweitens eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Fast zwei Drittel sehen das so, nämlich 64 Prozent.

Beruf und Familie also. (…)  Bist du jung in einem immer älteren Land, bist du also einer von denen, die die sogenannte demografische Last schleppen müssen, dann versuche wenigstens, sie so zu schultern, dass du nicht unter ihr zusammenbrichst. Darum geht es. Hier kommt die Familie ins Spiel.

(…) Sie wird wieder, was sie immer war – der neue, alte Fels in der Brandung des Lebens. Kein Wunder, wenn die ministeriell befragte, aus dem Traum staatlichen Glücksversprechens erwachte junge Generation verschärft darüber nachdenkt, wie das alles zu balancieren sei: Arbeit, Familie, Vorsorge.

Es ist aber nicht mehr die Familie aus Großvaters Zeiten, die wieder an die erste Stelle gesetzt wird. Der leitende Ingenieur bei Siemens, der Manager bei Daimler, der Berater bei Roland Berger hat keine Frau mehr daheim, deren ganze Erfüllung es wäre, dem hart arbeitenden Gatten den Rücken freizuhalten. Wer bringt die Kinder zur Schule oder zum Sport, wer zieht die vielen Fäden einer drei-, vier- oder mehrköpfigen Infrastruktur, wie wird das Kleinunternehmen Familie koordiniert? All das muss neu balanciert werden. Das ist die reale Kulisse, in der das Zeitgeist-Stück „Work & Life Balance“ aufgeführt wird. Man müsste ein radikaler Familienabstinenzler sein, damit sich einem die Fragen, die jetzt Gegenstand all der Umfragen sind, nicht stellten.

Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article131217663/Generation-Relaxed-uebernimmt-Fuehrungsetagen.html

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Alphafrauen

17. Dezember 2014

Quelle: http://www.weka.ch/themen/fuehrung-kompetenzen/kommunikation-und-auftritt/auftrittskompetenz/article/alphafrauen-entschluesseln-sie-die-dna/?s=newsletter_eMag_KW50 – 09.12.2014 – Autor: Marina Friess

Alphafrauen: Entschlüsseln Sie die DNA
Vielen Frauen wünschen sich eine bessere Position, mehr Einfluss, ein besseres Gehalt oder Tagessatz. Oft Fragen Sie sich auch: „Wie mache ich das?“. Die Antwort auf diese Frage kann nur von einer bestimmten Gruppe gegeben werden. Von Frauen die genau dies bereits erreicht haben, was Sie erreichen möchten. Ich werde in diesem Artikel für Sie die Erfolgscodes dieser Frauen entschlüsseln und Ihnen Wege aufzeigen, diese bei sich zu integrieren.

Die Integration dieser Codes erreichen Sie durch das Prinzip von Modelling of Excellence, mit der es für jede Frau möglich ist, die Erfolgsstrategien bei sich selbst einzusetzen. Modelling of Excellence bedeutet, dass man die wichtigsten Eigenschaften analysiert, um sie danach systematisch in das eigene Leben integriert.

Die Beispiele, die ich Ihnen jetzt zeigen werde, werden bei Ihnen sicher auf der einen Seite Verständnis, auf der anderen Seite aber auch Entsetzen hervorrufen. Daher rufe ich Sie auf: „Sein Sie offen für eine neue Sichtweise, neue Impulse und vor allem direkte Worte.“ Wenn Sie meine Tipps im Gedanken mit sehr erfolgreichen Frauen vergleichen, werden Sie die Parallelen erkennen.

Fangen wir mit der Grundlage an. Alphafrauen sind absolut souverän. Um diese Souveränität zu erreichen, sollten Sie Stück für Stück an Ihrer Persönlichkeit und damit an Ihrem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen arbeiten. Die effektivste Möglichkeit hierfür ist es, positive Referenzerlebnisse zu sammeln. Wohin Sie Ihren Fokus lenken, das verstärken Sie. Worin liegen Ihre Fähigkeiten?

Alphafrauen wissen ganz genau, dass sie gut sind und dies kommunizieren sie auch mit voller Überzeugung. Vor allem kennen sie ihren eigenen Wert. Für sie kommt es nicht in Frage, das Mädchen für alles zu spielen. Daher delegieren sie „unwürdige“ Aufgaben einfach weg. Sie erkennen, was sie tun müssen, um ihre Ziele schneller zu erreichen.

Alphafrauen schliessen sich in der Regel auch nicht der allgemeinen Meinung an, sondern sie bilden sich eine eigene Meinung und vertreten diese. Geht die Meinung mit der Masse konform, ist das für sie genauso in Ordnung, wie wenn sie mit ihrer Meinung alleine da stehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Coco Chanel. Der allgemeine Kleindungsstil ihrer Zeit war, dass Frauen unbequeme, lange und vor allem enge Kleider trugen. Sie hingegen machte das „kleine Schwarze“ populär. Wäre sie damals mit der gängigen Mode gegangen, hätte sie wohl nie diesen Erfolg gehabt. Hat sie sich damit nur Freunde gemacht? Natürlich nicht! Hat sie deshalb Ihre Ansicht geändert? Natürlich auch nicht!

Alphafrauen brechen mit Traditionen: ihr Rollenverständnis hat kaum etwas gemeinsam mit den „alten“ Rollenerwartungen. Sie leben nicht für Kirche, Kinder und Familie, sondern sie vereinen es. Ihr Motto: „Alles ist möglich!“ Sie sind davon überzeugt eine gute Mutter, Ehefrau und Geschäftsfrau zu sein und lassen sich von ihrem Umfeld kein schlechtes Gewissen einreden. Sie wissen, was für sie selbst das Beste ist. Denn eins ist klar, nur die Gesellschaft prägt unsere Normen und jede Frau hat die Möglichkeit sich gegen diese zu entscheiden. Natürlich kann auch so eine Powerfrau Zweifel haben und hoffen, dass sie alles gut vereint bekommt. Das ist auch menschlich. Der Unterschied ist allerdings, dass sie sich davon nicht zurückhalten lassen, sondern sie suchen nach Lösungen, um alles gut zu vereinen.

Alphafrauen richten ihr Handeln nicht nach Beliebtheit aus. Die Frage: „Werde ich von Mitarbeitern, Kollegen, Geschäftspartner etc. gemocht und anerkannt“ spielt bei ihr weniger eine Rolle. Wenn sie notwendige Entscheidungen treffen muss, die andere für nicht gut heissen, dann tut sie es trotzdem. Sie möchte in ihrem Beruf Ergebnisse. Sie wird allerdings durch ihr kommunikatives Geschick ihre Entscheidungen so verpacken, dass es für ihr Gegenüber nachvollziehbar ist. Dies bewirkt bei ihrem Umfeld eine hohe Akzeptanz und Respekt für ihren Mut.

Alphafrauen können ihr Gegenüber ganz genau einschätzen und passen darauf ihr Verhalten an. Denn sie wissen, dass vor jedem Gespräch zunächst ein „Statuskampf“ stattfindet. Dieser läuft unbewusst ab. Alphafrauen können jedoch genau mit diesem spielen. Sie passen innerhalb eines Gespräches immer ihren Status auf den Menschen gegenüber an und sind somit viel überzeugungsstärker. Ist es nötig einen tiefen Status einzunehmen, um das zu bekommen was sie möchte, dann nimmt sie ihn ein. Der nach aussen tiefe Status ist also ein geschickter Zug, um das Spiel nach ihren Regeln zu spielen und so zu bekommen, was sie möchte.

Zum Abschluss noch ein paar Short-Tipps, die sie sofort in der Praxis umsetzen können:

  • Setzen Sie sich zunächst ein Ziel und überlegen Sie, welche Fähigkeiten oder Kontakte Sie noch brauchen, um dieses zu erreichen.
  • Danach handeln Sie nur noch zielorientiert.
  • Verwenden Sie in Ihrer Kommunikation kurze, knappe Sätze, die Ihre Aussage auf den Punkt bringen.
  • Schweifen Sie nicht ab.
  • Sprechen Sie langsam, deutlich und atmen Sie immer in den Bauch.
  • Gepaart mit einer geraden und starken Körperhaltung wirken Sie automatisch viel souveräner.