Archive for September 2014

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Club der alten Herren

30. September 2014

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article132448164/Wirtschaftsverbaende-versagen-bei-Frauenquote.html

„Frauen schaffen es ohne Quote, sagen die Wirtschaftsverbände. Ein Blick in deren Führungszirkel offenbart aber einen Club der alten Herren. Trotzdem sieht „Mann“ sich auf gutem Weg.

Die großen deutschen Wirtschaftsverbände machen seit Jahren gemeinsam Front gegen eine Frauenquote. Qualifizierte Damen, so ihr Argument, schafften den Aufstieg in Führungspositionen auch ohne Gesetz.

Das allerdings gilt offenbar nicht für die eigenen Häuser. Die Leitungsgremien von Industrie- und Arbeitgeberverbänden, Handels- und Handwerkskammern sind bis heute Clubs von älteren Herren.

Nach Berechnungen der „Welt am Sonntag“ kommen der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in ihren Präsidien und Vorständen auf Frauenanteile von mickrigen drei bis 12,5 Prozent.

In den Hauptgeschäftsführungen, die die vier Verbände operativ leiten, ist nicht eine einzige Frau vertreten. Die Bundesregierung dagegen schreibt in mitbestimmungspflichtigen börsennotierten Unternehmen gerade eine Quote von 30 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände fest.

(…)
Dax-Konzerne nehmen die Frauenquote vorweg

Einsam sind Frauen unter anderem in der Führungsspitze des BDI. Im Vorstand der mächtigen Interessenvertretung der Industrie sitzt eine Frau unter 32 Männern. Im Präsidium, das die Linie des Hauses bei den Kernthemen von der Steuerpolitik bis zur Außenwirtschaft bestimmt, sind nur fünf von 52 Mitgliedern weiblich.

Der BDI hätte dort gern mehr Frauen, heißt es dazu im Verband. Die Kandidaten für Vorstand und Präsidium würden aber nun einmal von den Mitgliedsverbänden vorgeschlagen.

Im Management des eigenen Hauses allerdings, bei dem der frühere Investmentbanker Markus Kerber als Hauptgeschäftsführer den Ton angibt, sieht es auch nicht besser aus. Vier Männer führen die Geschäfte. Und unter insgesamt 19 Abteilungsleitern sind lediglich zwei Frauen.

BDA-Hauptgeschäftsführung bleibt Männerzirkel.

„Die deutsche Industrie kann und will auf keine qualifizierte Führungskraft verzichten – gleichgültig ob Frau oder Mann“, heißt es auf der Homepage des Verbandes. Im BDI selbst scheint die eine oder andere weibliche Führungskraft unentdeckt geblieben zu sein.

Auch im Partnerverband, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), bleiben Chefinnen in der Minderheit. Immerhin stimme die Richtung, heißt es im Hause. „Mit Erfolg“ habe man sich darum bemüht, „den Anteil von Frauen in den eigenen Reihen zu erhöhen.“

Noch allerdings hält sich der Erfolg in Grenzen. Die dreiköpfige Hauptgeschäftsführung bleibt auch im 18. Amtsjahr von Chef Reinhard Göhner ein reiner Männerzirkel. Immerhin drei von zehn Abteilungsleiterposten sind inzwischen mit einer Frau besetzt.

Und die Zahl der weiblichen Präsidiumsmitglieder ist seit 2009 von einem auf sechs geklettert. Das sind bei einem 48-köpfigen Gremium zwar immer noch weniger als 13 Prozent. Im Arbeitgeberdachverband aber gibt man sich optimistisch: „Dieser Trend wird sich fortsetzen“, erklärt ein Sprecher.

Mit ein wenig Zweckoptimismus versucht es auch der Dachverband sämtlicher Industrie- und Handelskammern im Land. „Der DIHK fördert die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen und Männern gleichermaßen“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

Im Handwerk dominieren Männerberufe

Zwar ist das noch nicht bis in die dreiköpfige Geschäftsführung durchgeschlagen. Aber immerhin vier von 16 Bereichsleiterposten sind mit Frauen besetzt. Im 27-köpfigen Vorstand dagegen, in dem Präsidenten vieler Kammern im Ehrenamt vertreten sind, ist eine einzige Frau allein auf weiter Flur.

Wenig besser sieht es beim Handwerk aus. Im Präsidium des ZDH sitzen zwei Frauen unter 20 Männern. Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer müsse selbst entscheiden, wie viel ehrenamtliches Engagement neben der Führung des eigenen Betriebes möglich ist, heißt es dazu in dem Verband. „Dafür können keine Pläne aufgestellt werden.“ Zumal doch die Mehrzahl der Berufe im Handwerk noch immer klassische Männerberufe seien.

Im ZDH selbst haben drei Geschäftsführer und drei Bereichsleiter das Sagen. Eine von ihnen, die Leiterin des Bereichs Europapolitik, ist eine Frau. Geht es nach dem Sprecher des Verbandes, muss sie nicht allein bleiben: „Der ZDH freut sich über Bewerbungen von Frauen für seine Spitzenpositionen.“

Na dann mal los, die Damen!

© Axel Springer SE 2014. Alle Rechte vorbehalten“

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Dresscode

12. September 2014

Mit großem Erstaunen habe ich diesen „Tipp der Woche“ gelesen:
„Dresscode für Frauen im Büroalltag
Der Kleidungsstil sollte immer der Situation angepasst werden. Durch die richtige Kleidung demonstriert man Respekt dem Gesprächspartner gegenüber und signalisiert, dass man sich der Wichtigkeit der Situation bewusst ist.“ So weit ist alles in Ordnung. MIt dem Folgenden bin ich abernicht einverstanden:

Je höher die Position innerhalb einer Hierarchie, umso dunkler die getragenen Farben [Hallo, Frau Merkel! Keine bunten Sakkos mehr!!!].

Beim Dresscode gelten folgende Regeln:

-Kostüm und Hosenanzüge tragen [es gibt so tolle Kleider]
– Feinstrumpfhosen tragen und auf Mini-Röcke verzichten [das ist Amerikanisch; warum kein Mini???]
– Dezentes, typgerechtes Make-up verwenden [kein roter Lippenstift???]
– Geschlossene Schuhe ohne abgelaufene Absätze tragen
– Auf gepflegte Hände und Fingernägel achten
– Parfum sparsam verwenden
– Beine und Achselhöhlen rasieren
– Auf auffallenden Schmuck verzichten [das ist doch mega-doof]
– Auch ein zu tiefer Ausschnitt ist nicht wünschenswert. Gerade wenn es sich um eher konservative Geschäftsbereiche handelt, stellt das Schlüsselbein die optische Grenze dar. [oh-oh]

Dieser Tipp stammt von der Initiatorin des Messe-Kongresses women&work, Melanie Vogel.“

Was uns hier dargestellt wird ist einerseits nicht erwähnenswert, andererseits heißt es: Seien Sie ja nicht sexy, zeigen Sie sich nicht als Frau, schon gar nicht als schöne Frau. – Und gerade das ist falsch. Klar, dass alles zur Situation passen muss. Aber ich gebe zu bedenken: Männer sehen in ihren Anzug-Uniformen gut aus. Sie sind für sie gemacht. Übernehmen Frauen dieses Outfit (dunkle Kostüme oder gar Hosenanzüge), dann sind sie quasi als Männer verkleidet. Und schon hat man sich wieder angepasst. Es geht hier nämlich nicht nur um Äußerlichkeiten!

Quelle: Newsletter von business-wissen.de vom 11.09.2014

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McKinsey zur Generation Y: „Junge Menschen wollen anders arbeiten – aber sie sind keinesfalls faul“

12. September 2014

Huffington Post  | von Tobias Fülbeck

Veröffentlicht: 10/09/2014 11:47 CEST Aktualisiert: 10/09/2014 12:40 CEST

Er ertrinkt in Bewerbungen von Top-Talenten: Thomas Fritz ist Recruiting-Chef der Unternehmensberatung McKinsey. 15.000 Bewerbungen bekommt er pro Jahr nach eigenen Angaben. Viele ambitionierte junge Menschen brennen dafür, hier arbeiten zu dürfen. Die Konkurrenz ist groß. Fritz stellt nur 250 Berater und 100 Praktikanten ein.

Im HuffPost-Interview spricht Fritz darüber, wie die sogenannte Generation Y McKinsey verändert. Und er macht den Anhängern der „Wir brauchen mehr Work-Life-Balance“-Bewegung klar, dass ihre Forderungen mit der Realität der Ypsiloner nicht mehr viel zu tun haben.

HuffPost: Was für eine Generation fängt gerade bei McKinsey an zu arbeiten?
Thomas Fritz: Eine Generation, die hervorragend ausgebildet und sehr international ist. Die Berufseinsteiger sind selbstbewusst und haben einen mehrdimensionaleren Blick darauf, was Erfolg bedeutet.

HuffPost: Was meinen Sie damit?
Fritz: Die Generation Y hat unserer Erfahrung nach den Wunsch nach stärkerer Zeitsouveränität und Flexibilität, natürlich neben spannenden Projekten und persönlichen Herausforderungen – das fordert sie auch stark ein. Als Arbeitgeber müssen wir das ernst nehmen, sonst sind die Mitarbeiter weg. Die Kollegen sind heute immer noch sehr loyal, aber nur solange sie ihre persönlich gesteckten Ziele auch erreichen. Gerade McKinsey kann es sich nicht leisten, diese Ziele und Wünsche zu ignorieren.

HuffPost: Warum gerade Ihre Beratung nicht?
Fritz: McKinsey ist quasi die Generation Y. Rund zwei Drittel unserer Mitarbeiter gehören zu dieser Generation, die ersten sind bei uns schon Partner.

HuffPost: Was bieten Sie den Ypsilonern?
Fritz: Wir haben unsere Mitarbeiter gefragt: Wie muss die Firma sein, damit sie attraktiver ist? Daraus entstanden ist zum Beispiel das „Take Time“-Programm

HuffPost: … die Möglichkeit, zwei Monate Auszeit zu nehmen – zusätzlich zum Urlaub.
Fritz: Genau. Vor fünfzehn Jahren wäre so ein Programm undenkbar gewesen. Da ging es um work hard play hard. Heute freuen sich junge Menschen auf die Pause. Sie verbringen die freie Zeit mit ihrer Familie, andere fahren mit dem Rad quer durch Afrika. Sie wollen anders arbeiten – aber sie sind keinesfalls faul. Auch Uni-Absolventen wollen keinen nine-to-five-Job.

HuffPost: Woher wissen Sie das?
Fritz: Eine Befragung von 6000 Stipendiaten auf der Plattform e-fellows.net hat gezeigt, dass die Work-Life-Balance für die Generation Y zwar durchaus eine wichtige Rolle spielt. Fragt man sie jedoch ganz konkret nach den aus ihrer Sicht attraktivsten Arbeitgebern, landen dabei Argumente wie Innovationsgrad, sinnstiftende Aufgaben oder der Ruf des Unternehmens ganz oben.

HuffPost: Bewundern Sie die jungen Menschen?
Fritz: Wir leben in einer sich schnell verändernden Welt. Da braucht es eine Generation, die damit Schritt halten kann. Und das können die jungen Menschen. Sie sind in der Lage, innerhalb eines Jahres wahnsinnig viele Veränderungen mitzunehmen und das als den natürlichen Lauf der Dinge wahrzunehmen. Wir haben genau die Generation, die wir brauchen.

HuffPost: Ein großes Thema ist in diesen Tagen die ständige Erreichbarkeit. Was halten Sie von dem diskutierten E-Mail-freien Feierabend?
Fritz: Das ist eine plakative Maßnahme, die in vielen Bereichen schlicht keinen Sinn ergibt.

HuffPost: Warum nicht?
Erstens: Bei einem internationalen Unternehmen ist so etwas völlig impraktikabel. Die Kollegen in Asien dürften uns keine Mails mehr schicken. Und zweitens: Ein solches Verbot geht an den Bedürfnissen dieser Generation vorbei. Ein E-Mail-Verbot in der Freizeit würde konsequenterweise ein Facebook-Verbot bei der Arbeit bedeuten. Wenn man die Kollegen vor diese Wahl stellen würde, wüsste ich, wofür sie sich entscheiden. Die Vorstellung „Wenn ich bei der Arbeit bin, mache ich nichts anderes als zu arbeiten“ ist veraltet.

HuffPost: Was ist Ihrer Meinung nach das moderne Verständnis?
Fritz: Bei der Arbeit telefoniere ich auch mal privat und gucke bei Facebook vorbei – und privat bekomme ich dann eben auch nach 17 Uhr eine Mail, auf die ich antworte. Das ist längst die Lebensrealität der Generation Y – diese Flexibilität erwartet sie. Klar, es gibt erfahrenere Mitarbeiter, die schon länger dabei sind, die denken: „So etwas zu fordern, hätte ich mich früher nicht getraut. Was nehmen die sich nur heraus?“ Gleichzeitig denken sie aber vielleicht auch: „Hätten wir rückblickend auch tun sollen.“

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/2014/09/09/generation-y-mckinsey-work-hard-play-hard_n_5791288.html

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Generation Y ist nicht anders als andere

4. September 2014

(…)

„Peter Cappelli, the George W. Taylor Professor of Management at The Wharton School, has studied the research done on Millennials and says it comes up short. „There is no real serious evidence that there’s a generational difference,“ he says. (…)

Of course, it’s helpful to know how to manage people at different ages. He notes that this is where the cafeteria approach to benefits originated – the idea that people had different needs at various points in their lives. And in researching for his book, Managing the Older Worker , he learned that teams that incorporate different aged workers perform better. „It’s smart to have young people and older people work together. They don’t see each other as competition and are more likely to help each other,“ he says.“

Autorin: Amy Gallo

Quelle: http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/erwartungen-der-generation-y-im-beruf-a-982540-2.html