Archive for Mai 2014

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Frauen verlieren Machtspiele

19. Mai 2014

„(…) Dass sich mit dem Thema Macht jedoch erfolgreiche Karrierefrauen noch so fundamental irritiert herumschlagen, ist dennoch verblüffend. Tatsächlich setzen Männer Macht im Berufsalltag sehr viel selbstverständlicher ein als Frauen.

Das hat zur Folge, dass Frauen viele Machtspiele verlieren. Erstens, weil sie sie gar nicht erst als Machtspiele wahrnehmen und immer noch auf der Sachebene diskutieren, während ihr Gegner längst strategisch-politisch agiert und sich nur noch durchsetzen will. Oder zweitens, weil ihnen Macht und die damit verbundenen Symbole wie Zahl der Bürofenster oder die Größe des Auspuffs beim Firmenwagen egal sind.

Wenn viele Frauen männlichen Dominanzgesten – seien sie nun sportiv gemeint oder nicht – einfach nur albern und kontraproduktiv finden, haben sie damit nur recht. Sich jedoch in einer von Männern geprägten Umwelt nur ins eigene Büro zurückzuziehen und darauf zu bauen, dass auf die Dauer Sachkompetenz schon überzeugen werde, hilft in der Regel nicht weiter.

Eigentlich müsste die Schussfolgerung für Frauen daher sein, die Regeln des Spiels zu lernen, den Kerlen den Fußball abzunehmen und dann künftig selber eleganter, zielführender und besser zu spielen. Einmal in der ersten Liga angekommen, könnten die Erfolgsfrauen dann das Klima wesentlich prägen und dafür sorgen, dass es im Betrieb künftig teamorientierter und sachlicher zugeht. In diesem Bestreben können wir Frauen nur bestärken. (…)“

Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-969665-3.html

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Bestimmte Soft Skills sorgen für negative Effekte bei den weiblichen Bewerbern

19. Mai 2014

In einem Forschungsprojekt der Technischen Universität München (TUM) wurden rund 260 Testpersonen fiktive Anzeigen gezeigt. „Ausgeschrieben wurde dort beispielsweise ein Platz in einem Qualifizierungsprogramm für angehende Führungskräfte. Waren in der Ausschreibung viele Eigenschaften genannt, die mit Männern in Verbindung gebracht werden, fühlten Frauen sich weniger angesprochen und wollten sich seltener bewerben. Zu diesen Eigenschaften zählen etwa „durchsetzungsstark“, „selbstständig“, „offensiv“ und „analytisch“. Stärker angesprochen fühlten sich Frauen von Wörtern wie „engagiert“, „verantwortungsvoll“, „gewissenhaft“ und „kontaktfreudig“. Für männliche Testpersonen machte der Ausschreibungstext dagegen keinen Unterschied.

Die „gender-spezifischen Sprachcodes in Stellenanzeigen“ haben auch Wissenschaftler der University of Waterloo und der Duke University untersucht. Auch sie kommen zu dem Ergebnis, dass einige Formulierungen wie „dominant“ oder „selbstbewusst“ eher zu den maskulinen Wörtern zählen. Werden diese in Stellenanzeigen verwendet, halten Frauen den Job für weniger attraktiv und bewerben sich entsprechend seltener auf die ausgeschriebene Stelle, belegen auch diese internationalen Forscher.

Darüber hinaus konnten diese Wissenschaftler auch belegen, dass die Entscheidung zur Bewerbung nicht durch den Berufsbereich beeinflusst wird; das heißt, stammt eine Stellenanzeige aus einer traditionell männlich geprägten Branche, schreckte die Frauen das nicht ab – lediglich die in der Anzeige enthaltenen männlichen Ausdrücke.

Auch in dieser Studie, für die zunächst 4.000 Anzeigen analysiert und später 100 Studenten befragt wurden, reagierten die befragten Männer nicht auf den Sprachunterschied.“

Quelle: http://www.haufe.de/personal/hrmanagement/Schon-die-Stellenanzeigen-schrecken-viele-Frauen-ab_80_229810.html?ecmId=13127&ecmUid=2994253&chorid=00511427&newsletter=news%2FPortal-Newsletter%2FPersonal%2F50%2F00511427%2F2014-04-08%2FTop-News-Schon-die-Stellenanzeigen-schrecken-viele-Frauen-ab

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Geschäftsfrauen im Ausland

19. Mai 2014

Manns genug: Deutsche Geschäftsfrauen im Ausland

Fachartikel – change project gmbh
Die vieldiskutierte Frauenquote in deutschen Unternehmen wird künftig deutlich mehr weibliche Führungskräfte auf Geschäftsreise ins Ausland führen. Dort treffen sie auf zusätzliche kulturelle Herausforderungen. Denn neben länderspezifischen Unterschieden, wie etwa in Bezug auf Verhandlungsstil, Führungskultur, Hierarchiegefüge oder Konflikt- und Problemlösung, sehen sich Geschäftsfrauen zunächst der alles entscheidenden Frage gegenüber, wie sie in ihrer Rolle als Frau im Gastland überhaupt wahrgenommen werden. Schließlich ist man es nicht überall auf der Welt gewohnt, mit Frauen Geschäfte zu machen.

 

Weltweiter Vergleich weiblicher Führungskräfte

Andererseits ziehen deutsche Geschäftsfrauen – wie auch ihre männlichen Kollegen – oft aufgrund des Frauenbildes in einem Land falsche Rückschlüsse, wie der Blick auf die Quoten weiblicher Führungskräfte weltweit verrät. So geht aus dem International Business Report 2013 (IBR) der Grant Thornton Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hervor, dass zu den Top 10 der Länder mit der höchsten Frauenquote in Führungspositionen nicht unbedingt nur westliche Länder gehören, denen man flächendeckend emanzipierte und gut ausgebildete Frauen zuschreibt. Länder mit durchaus traditionellen Wertvorstellungen aus der Asien-Pazifik-Region, wie Thailand (36%), Vietnam (33%) und die Philippinen (37%), stehen weit oben auf der Liste. Estland und Lettland schneiden mit einer Frauenquote von 40% und 43% noch besser ab. Spitzenreiter mit 51% Frauen in der Führungsebene ist China, dicht gefolgt von Polen mit 48%. Selten mit Frauen besetzt sind jedoch die leitenden Stellen in Schweizer Unternehmen (14%). In den Niederlanden und in den USA beträgt die Frauenquote sogar nur 11%. An letzter Stelle steht Japan. Dort schaffen es nur 7% der Frauen, die Karriereleiter hochzusteigen.

Traditionen bestimmen den Karriereerfolg

In Anbetracht dieser Zahlen wird deutlich, dass sich deutsche Geschäftsfrauen vor einem beruflichen Auslandsaufenthalt mit der vorhandenen oder fehlenden Selbstverständlichkeit weiblicher Präsenz in den leitenden Ebenen näher auseinandersetzen sollten. (…) Wie stark eine weibliche Führungskraft vor Ort von ihrem männlichen Arbeitsumfeld akzeptiert wird, lässt sich zu einem guten Stück aus den obigen Zahlen herleiten. In Ländern wie China und Polen oder in skandinavischen Regionen, in denen Männer es gewohnt sind, einer Frau als Verhandlungspartnerin gegenüberzusitzen oder den Anweisungen einer weiblichen Vorgesetzten Folge zu leisten, ist es für deutsche Frauen einfach, sich den nötigen Respekt zu verschaffen. Hier genügen berufliche Leistungen und ein souveränes Auftreten, um von Beginn an seiner Position Frau zu werden.

Schwieriger wird es in Ländern, in denen die gesellschaftliche Rolle der Frau noch stark an traditionelle Vorstellungen gebunden ist.

(…) schwierig ist es in Japan, als Frau beruflich voranzukommen. Zwar haben Japanerinnen in der Ehe und als Verwalterinnen des Privatvermögens ganz klar die Oberhand, im beruflichen Umfeld trifft man sie allerdings nur bis zu einer mittleren Hierarchiestufe. Das führt auf der männerdominierten Führungsebene dazu, dass man sich sehr schwertut, eine Frau als vollwertige Vorgesetzte oder Geschäftspartnerin zu akzeptieren. Hier gilt es, fachliche Kompetenz zu zeigen. Geduld und Geschicklichkeit sind für deutsche Geschäftsfrauen in Japan die erforderlichen Mittel beim Ringen um Respekt. „Es ist zudem hilfreich, wenn männliche Kollegen bei der gegenseitigen Vorstellung unterstützend auf die wichtige Position der Chefin hinweisen“, (…). Eine beeindruckende Visitenkarte, auf der die hohe Position im Unternehmen ersichtlich ist, sei ebenfalls sehr ratsam.

Prof. Dr. Simone Rappel, Indien-Expertin der crossculture academy, rät: „Ein seriöses und professionelles Auftreten für westliche Geschäftsfrauen ist unabdingbar und sollte auch bei Geschäftsessen oder Feierlichkeiten nicht abgelegt werden. Weiterhin sollte man sich für private Themen öffnen, da in der indischen Geschäftskultur großer Wert auf eine gute persönliche Beziehung gelegt wird.“ Diese Beziehung dient als Ausgangsbasis für den Aufbau des nötigen Vertrauens, mit dem man sich anschließend auf berufliche Felder zubewegt. Daher sollte eine Frau bei ihren ersten geschäftlichen Begegnungen in Indien mit Fragen über Ehe, Kinder, Erziehung und Ausbildungswege rechnen und sich darauf einlassen. Eine kinder- und/oder partnerlose Frau kann bedauernde Gesichter durch Hinweise auf gute Freunde, Patenschaften oder ehrenamtliches Engagement wieder erhellen.

Die kulturell bedingten Unterschiede in der Einstellung zu Frauen in der Arbeitswelt zeigen sich natürlich auch nach Feierabend. In vielen Ländern herrscht eine starke Trennung zwischen den Geschlechtern. Besonders in stark muslimisch geprägten Regionen gilt es daher, Geduld und Akzeptanz zu zeigen. Deutsche Frauen sollten am Anfang einer Geschäftsbeziehung sehr darauf bedacht sein, sich an After-Work-Events mit ihren männlichen Geschäftspartnern in einer angemessenen Form zu beteiligen oder diese gegebenenfalls ganz zu meiden, um den Bogen der Irritation durch die ungewohnte Anwesenheit einer Frau nicht zu überspannen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist länderabhängig

Ob sich eine Frau mit Familie den Wunsch nach Karriere erfüllen kann, hängt in jedem Land von der Vereinbarkeitsfrage ab. Während in Ländern wie Frankreich, Großbritannien und Finnland Ganztagsschulen und erschwingliche Betreuungsangebote dafür sorgen, dass eine Frau eine Vollzeitstelle ausfüllen kann, unterstützen in vielen südlich gelegenen Ländern, aber auch in Polen und Russland, oftmals Familie und Freunde die Kindererziehung. In anderen Ländern wiederum, wie etwa in Brasilien, ist es in Mittelklassefamilien üblich, eine Haushälterin zu beschäftigen, die auch die tägliche Betreuung der Kinder übernimmt. Dadurch wird Frauen eine durchgängige Vollzeittätigkeit ermöglicht, was den Aufstieg in leitende Positionen erleichtert.

Aus diesem Grund ist für Franzosen, Briten, Finnen oder Brasilianer eine weibliche Vorgesetzte nicht ungewöhnlich, und sie wird gleichsam geachtet. Allerdings wird ihre Professionalität und Kompetenz wiederum in Ländern, in denen diese Vereinbarkeitsmodelle eher unüblich sind, häufig angezweifelt. So scheint es auch für deutsche Geschäftsleute oft schwer vorstellbar, dass eine Brasilianerin mit vier Kindern und einem entsprechend großen Haushalt zusätzlich in der Lage ist, kompetent und professionell eine leitende Funktion auszuüben.

Macho oder doch nur gute Erziehung?

Oftmals verwirrend für deutsche Geschäftsfrauen im Ausland oder in der Beziehung zu ausländischen Geschäftspartnern ist das Verhalten zwischen den Geschlechtern. Was aus deutscher Sicht schnell in die Kategorie „Machogehabe“ fällt, ist in anderen Ländern völlig selbstverständlich. Frauen aus dem südlichen Teil Europas oder Amerikas wie auch Polinnen oder Russinnen mögen galante Männer mit Manieren der alten Schule. Neben gelegentlichen Komplimenten dürfen sie ihnen gerne die Tür aufhalten, aus dem Mantel helfen oder den Koffer tragen. Diese Erwartungshaltung steht allerdings auch mit der Selbstverständlichkeit eines solchen zuvorkommenden Verhaltens unter den Männern im Gleichgewicht. Deutsche Frauen sollten sich deshalb nicht herabgesetzt fühlen, wenn ihnen Höflichkeitsgesten dieser Art entgegengebracht werden. Ihre Fähigkeit, sich selbst zu helfen, wird bei Weitem nicht angezweifelt. Vielmehr wird es als unhöflich empfunden, wenn die Frau darauf hinweist, dass die gutgemeinten Mühen nicht nötig seien.

Die Widersprüchlichkeit der richtigen Begrüßung

Auch sollte es nicht wundern, dass in vielen Ländern, in denen sich Männer zuvorkommend und charmant zeigen, die Begrüßung sowohl privat als auch beruflich mit zwei oder drei Wangenküsschen erfolgt. In Japan und stark muslimisch geprägten Ländern ist diese Nähe wiederum ein absolutes Tabu. Ebenso sind besonders für Frauen lange Blickkontakte tabu, da diese schnell falsch gedeutet werden können. In vielen Fällen ist es sogar unsittlich, einem Mann die Hand zu schütteln, da Körperkontakt zwischen Männern und Frauen nur Ehepaaren vorbehalten ist. Aber auch in den USA wird, wenn auch weniger aus sittlichen Gründen, Frauen nicht die Hand gegeben, was dazu führen kann, dass sich eine deutsche Geschäftsfrau von einer männlichen Gruppe ausgegrenzt fühlt, ohne dass es so gemeint ist.

Von Hosenanzug bis Minirock

Vor diesen unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sollte auch der Kleiderordnung eine wesentliche Bedeutung beigemessen werden. Denn wie das Sprichwort „Kleider machen Leute“ schon besagt, kann das Outfit einer Person beeinflussen, wie sie von anderen wahrgenommen wird und ist daher auch im Hinblick auf die Beurteilung ihrer fachlichen Kompetenz ausschlaggebend. Während sich die deutsche Geschäftsfrau daher, besonders mit dem beruflichen Aufstieg, mehr und mehr dem gedeckten Farbspektrum und tendenziell männlichen Business-Dresscode annähert, sehen sich wiederum in anderen Ländern die Frauen nicht in der Notwendigkeit, ihre bislang gewohnte Garderobe zu verändern. Vor allem hinsichtlich der Frage, inwieweit die Kleidung die Figur betonen darf, herrschen weltweit große Unterschiede. In islamisch geprägten Ländern etwa wird erwartet, dass sich Frauen nicht zu weiblich oder gar aufreizend kleiden. Sollte sich eine Geschäftsfrau nicht daran halten, kann das als äußerst respektlos empfunden werden. In Indien, Japan und China, wo die fachliche Kompetenz stark anhand des äußerlichen Erscheinungsbildes bewertet wird, ist eine seriöse und klassische Kleidung ratsam. Die Figur wird lediglich dezent betont. In Ländern wie  Brasilien, Polen oder Russland sieht es wiederum ganz anders aus. Hier kann es völlig normal sein, eine feminine Ausstrahlung über die Kleidung herauszustellen. Daher sollte es nicht wundern, eine Geschäftsfrau in leitender Position mit einem zwar feinen, aber kurzen Rock oder einem tiefen Ausschnitt anzutreffen. Ihre berufliche Professionalität wird dadurch keinesfalls infrage gestellt. Es ist selbstverständlich, dass Frauen, die es bis an die Spitze geschafft haben, nicht an Weiblichkeit verlieren. Denn eine Karrierefrau bleibt immer auch eine Frau.

Weitere Informationen: http://www.crossculture-academy.com

Quelle: http://www.business-wissen.de/index.php?id=113&tx_bwberatung_pi2%5Barticle%5D=1624&ref=nl
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Wirtschaft ist männlich

19. Mai 2014

„(…) Das eigentliche Dilemma: Wirtschaft ist männlich

Die Diskussion um Frauen in Führungspositionen geht (nicht nur in der Tech-Branche) in die falsche Richtung. Ständig ist die Rede davon, dass man (!) Frauen in die Lage versetzen müsse, in derzeitigen Unternehmenslandschaften als erfolgreiche Führungskräfte zu reüssieren – qua Quote, per unternehmenseigenem Förderprogramm, durch entsprechende Vorbilder oder sonst irgendwie. Dieser Ansatz geht am eigentlichen Problem vorbei.

Es wäre nachgerade fatal, wenn man lediglich versuchen würde Frauen als Führungskräfte in aktuell „männlich“ geprägte Unternehmenskulturen zu positionieren. Denn genau diese vom Shareholder Value, Ellbogen-Chauvinismus und entsprechenden Seilschaften geprägten Kulturen sind es, die es unbedingt zu verändern gilt.

Als Mann fühle ich mich zunehmend unbehaglich in Unternehmen, die vom Geist unendlichen Wachstums, konkurrenzorientierter Kollegenschaft, anreizsystemfokussierter Mitarbeiterentwicklung und unbedingter Effizienzsteigerung geprägt sind. Das wird dem Menschen nicht gerecht, der Jahre seines Lebens investiert um in solchen Kontexten „Karriere“ zu machen.

Wir brauchen insgesamt ein „weiblicheres“ Wirtschaften, und nicht nur weibliche Führungs(nachwuchs)kräfte, die in männlichen Systemen erfolgreich sein können. Wir brauchen eine grundsätzliche, ehrliche Diskussion darüber, wie sich persönliche und gesellschaftliche Ansprüche mit denjenigen von Shareholdern und Unternehmen vereinbaren lassen. Wenn sich nur Menschen an die Unternehmensbedürfnisse anpassen, verpassen wir eine Chance auf echte Transformation. Und das ist kein ideologisches Gefecht weiblich vs. männlich, sondern der dringend notwendige gesamtgesellschaftliche Wandel.“

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/robert-franken/business-chauvinismus-mae_b_5050213.html

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Frauen im Aufsichtsrat

19. Mai 2014

„(…) Wer nie Führungsverantwortung hatte, nie eine Branche fachlich durchdrungen und auch nie etwas Größeres gesteuert hat (…), kann nicht Leute überwachen, die in einem Unternehmen Strategien entwickeln, führen und entscheiden. Das gilt besonders da, wo das neue Gesetz greifen soll: je größer der Konzern, desto größer auch die Anforderungen an seine Aufsichtsräte. Bisher galt daher: Wer in einem Dax-Unternehmen für die Kapitalseite in den Aufsichtsrat will, muss zumindest schon mal Vorstand in einem Konzern oder Vorstandschef in einer MDAX-Gesellschaft gewesen sein.

(…) Die Novelle betrifft rund 160 Unternehmen und FidARs eigene Zahlen besagen: Bleiben deren Gremien so groß wie heute, brauchen deutsche Unternehmen ganze 258 zusätzliche weibliche Aufsichtsräte. Es werden mit dem neuen Gesetz also keineswegs tausende frisch zertifizierte Damen benötigt, die einen Konzern kontrollieren könnten.

(…) Aufsichtsrat und Vorstand sind im deutschen System bekanntlich nicht dasselbe. Das tatsächliche Geschäft, die eigentliche Führung, passiert im Vorstand. Im Aufsichtsrat wird diese Leistung nur kontrolliert. Ein Aufsichtsratsmandat ist daher nur der zweite Schritt, zunächst muss jedoch der erste erfolgen: Frauen müssen sich im Job, im operativen Geschäft (…) für eine Kontrolleursrolle qualifizieren. Deswegen ist – für sich alleine genommen – ein Aufsichtsratsmandat irgendwo auch kein Karriereschritt. Niemand (…) wird eine Vorstandsposition mit einer Person besetzen, die nur ein Aufsichtsratsmandat vorzuweisen hat, aber keine Managementerfahrung in verantwortlicher Rolle.

Quelle: http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/frauenquote-aufsichtsraet-heiner-thorborg-a-957448.html

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Frauen verdienen weniger

19. Mai 2014

Über Lohngerechtigkeit wird viel diskutiert in Deutschland. Doch noch immer verdienen Frauen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. Bei annähernd gleichem Job und gleicher Qualifikation ist die Kluft nicht ganz so groß.

Berlin – Die Lohnkluft zwischen Männern und Frauen ist auch 2013 nicht kleiner geworden. Frauen verdienen insgesamt 22 Prozent weniger Geld, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der durchschnittliche Bruttolohn pro Stunde lag im vergangenen Jahr bei 15,56 Euro, während Männer auf 19,84 Euro kamen. Die Differenz bleibt damit das vierte Jahr in Folge unverändert.

Im Westen ist die Lücke allerdings dreimal so hoch wie im Osten: Hier bekommen Frauen 23 (2012: 24) Prozent weniger, in den neuen Bundesländern ist die Differenz mit 8 Prozent deutlich geringer.

Die großen Lohnunterschiede führen die Statistiker auf unterschiedliche Branchen- und Berufswahl zurück sowie auf die Tatsache, dass Frauen seltener Führungspositionen bekleiden. Zudem arbeiten Frauen öfter in Teilzeit und sind weniger lang in ihren Berufen beschäftigt – vor allem wegen längerer Auszeiten nach der Geburt von Kindern.

Vergleicht man Männer und Frauen mit ähnlicher Qualifikation und ähnlichem Job, so liegt der Verdienstunterschied pro Stunde nur bei 7 Prozent. Hierfür liegen zwar erst Daten für 2010 vor. „Dies dürfte 2013 allerdings ähnlich gewesen sein“, sagte ein Statistiker.

Quelle: http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/deutschlands-frauen-bekommen-22-prozent-weniger-lohn-als-maenner-a-959340.html