Archive for Februar 2012

h1

Altersgerechte Tätigkeiten

17. Februar 2012

Ich werde immer wieder angesprochen auf Beispiele für Tätigkeiten, die für ältere Arbeitnehmer geeignet sind.  In einer alten Quelle von 2003 (BDA, „Ältere Mitarbeiter im Betrieb“, S.17  f) habe ich die folgende Übersicht gefunden.

Vorausgeschickt sei, dass die älteren Arbeitnehmer in den gefragten Tätigkeiten optimalerweise  ihre besonderen Fähigkeiten einsetzen können, gleichzeitig stellen die Tätigkeiten geringeren  Anspruch physische und psychische Belastbarkeit.

Hierzu zählen für ältere gewerbliche Mitarbeiter:

  • Kontrollarbeiten
  • Werkstattarbeiten (Werkzeug-, Modellbau)
  • Verantwortungsvolle Überwachungsarbeiten
  • Registrierende und statistische Arbeiten
  • Arbeiten an Maschinen mit einfacher Bedienung
  • Maschinen-, Kraftfahrzeugwartung (Reparatur, Instandhaltung)
  • Lager- und Magazinarbeiten (Werkzeug-, Materialausgabe)
  • leichte Büro- und Schreibarbeiten, Botendienst
  • Postversand, Telefondienst
  • Hausinterne Dienstleistungen (Facility Management, Postservice, Sicherheit)

Für ältere Angestellte:

  • Aufgaben des Unterweisens, Anlernens und Unterrichtens, die Berufs-, Betriebs- und Lebenserfahrung – verbunden mit Reife und Verantwortungsgefühl – verlangen
  • kontrollierende, planende, beratende Tätigkeiten, z. B. in Projekten
  • Führungstätigkeiten

Interner Arbeitsplatzwechsel

Beispiele:

  • Schlosser übernehmen die Verwaltung der technischen Zeichnungen des Betriebes.
  • Dreher werden mit der Kontrollfunktion in ihrer Abteilung betraut.
  • Facharbeiter in der Produktion werden in die Arbeitsvorbereitung versetzt.
  • Datenspezialisten (Organisatoren, Programmierer, Analytiker) übernehmen Aufgaben im Rechnungswesen, in der Organisation oder der Verwaltung.
  • In der Linie tätige Chemiker werden als Gutachter und Berater im Anlagenbau eingesetzt.
  • Ingenieure aus der Produktion finden als Planer bei Betriebserweiterungen oder -umstellungen, als Berater bei Fertigungsrationalisierungen, bei der Installation, Wartung, Reparatur und Einstellung von technischen Anlagen Verwendung.
  • Projektorganisationsformen bieten hier ebenfalls ein interessantes Spektrum an Positionen mit dispositivem, planerischem und beratendem Charakter.

http://www.bda-online.de/www/arbeitgeber.nsf/res/AeltereArbeitn.pdf/$file/AeltereArbeitn.pdf

Advertisements
h1

Weiterbildungsangebote in Bezug auf den demografischen Wandel

16. Februar 2012

wb_monitor_umfrage_2011_koscheck

Qualifizierungen in Gesundheitsprävention und interkultureller Kompetenz sind die aktuell am weitesten verbreiteten Weiterbildungsangebote mit einem Bezug zum demografischen Wandel (vgl. Abbildung 8).

Angebote für Betriebe sind dagegen bisher die Schlusslichter. Die Anbieter sehen in ihnen aber die größten Wachstumschancen: Jeweils ein Viertel der Anbieter will in den kommenden fünf Jahren Angebote einführen zur Qualifizierung für altersgerechte Arbeitsplätze oder zum Management der Folgen alternder Belegschaften, wie z.B. zum Wissenstransfer ausscheidender Mitarbeitender. Dafür ausschlaggebend dürfte sein, dass die geburtenstarken Jahrgänge ab 1950 jetzt in ein reiferes Alter kommen und in vielen Regionen weniger Junge auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

h1

Wenn Arbeit krank macht

16. Februar 2012

SZ vom 15. Februar 2012, S. 19 berichtet unter der Überschrift weiter:

„Knapp jeder Zehnte fühlt sich nicht angemessen gewürdigt

(…) Für diese Menschen bestehe ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko, warnen Experten in dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten DAK-Gesundheitsreport. Dies sein vor allem angesichts der zunehmenden Zahl älterer Arbeitnehmer von Bedeutung, die ohnehin stärker von Herzerkrankungen betroffen seien.“

Der Krankenstand betrug im Jahr 2011 in Deutschland 3,6 %, der „höchste Wert seit 15 Jahren. Dies entspricht einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von 13,2 Kalendertagen. (…)

Eine Umfrage der DAK  Gesundheit unter mehr als 3000 Bschäftigten im Alter zwischen 25 und 65 Jahren ergab, dass sich 9,3 Prozent der Erwerbstätigen weder angemessen entlohnt noch ausreichend anerkannt fühlen. Aus mehreren Studien sei bekannt, dass eine solche sogenannte berufliche Gratifikationskrise ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt-Risiko zur Folge habe, so Hans-Dieter Nolting vom Berliner IGES-Institut (…). “

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • „Berufliche Belastung wegen häufigen Zeitdrucks“ empfinden 21,8 %
  • Stetige Arbeitszunahme beklagt „fast jeder Fünfte“
  • Unter „Unterbrechungen und Störungen bei der Arbeit“ leiden ca. 20 %

Es wird erwartet, „dass die Zahl der Krankschreibungen in den nächsten Jahren ‚beschleunigt‘ steigen werde (…).“