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Grauer wohnen

24. Januar 2012

Der demografische Wandel schlägt sich in den Bundesländern ganz unterschiedlich nieder. Den größten Anteil an Seniorenhaushalten gibt es im Saarland.

Frank-Jürgen Weise schlug Alarm. Auf dem Jahreskongress des Beamtenbunds präsentierte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) in der vorvergangenen Woche beunruhigende Zahlen zum demografischen Wandel in Deutschland. „Die Entwicklung ist dramatisch“, sagte Weise. „Bis zum Jahr 2030 werden der deutschen Wirtschaft rund sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen.“ Allenfalls in einigen städtischen Regionen könne künftig die Einwohnerzahl noch wachsen, so der BA-Vorstandsvorsitzende.

Wie stark die Überalterung schon eingesetzt hat und wie unterschiedlich die einzelnen Bundesländer davon betroffen sind, zeigt nun eine Studie des Marktforschungsunternehmens GfK GeoMarketing.

Der Grundsatzbefund überrascht noch wenig: Die deutsche Gesellschaft befinde sich „mitten im demografischen Wandel“, heißt es darin. „Der Anteil der Familien mit Kindern sinkt, während der Altersdurchschnitt der Bevölkerung steigt.“

Doch im Rahmen einer groß angelegten Erhebung zur Bevölkerungsstruktur in Deutschland ermittelten die Forscher auch für alle Bundesländer den Anteil von Haushalten, in denen der Haushaltsvorstand (sprich: der Hauptverdiener) 60 Jahre und älter ist. Das Ergebnis ist überraschend, weil sich in den Daten keine demografische Ost-West-Schere zeigt. So liegt nicht wie erwartet ein ostdeutsches Bundesland an der Spitze – sondern das kleine Saarland. Hier beträgt der Anteil der Seniorenhaushalte mittlerweile 39 Prozent (siehe Tabelle) und liegt rund zwölf Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Es folgen die Ostländer Sachsen-Anhalt (37,6 Prozent) und Sachsen (37,2 Prozent), dann aber bereits die westdeutschen Flächenstaaten Schleswig-Holstein (36,2 Prozent) und Rheinland-Pfalz (36,1 Prozent).

Die jüngsten Haushalte kann die Bundeshauptstadt Berlin vorweisen. Hier sind nur rund 30 Prozent der Haushaltsvorstände 60 Jahre und älter. Das allerdings liegt wohl vor allem an den vielen Studenten und Singles: Der Anteil der Haushalte mit Kindern ist an der Spree so niedrig wie in keinem anderen Bundesland (21 Prozent).

Laut Studie ist dies für Ballungsräume eher untypisch, da sich die Altersgewichte zwischen Stadt und Land in Deutschland zunehmend verschieben: „Der Anteil der Älteren in ländlichen Regionen nimmt zu, der Anteil der Familienhaushalte steigt in den Ballungsräumen.“

bert.losse@wiwo.de

http://www.wirtschaftspresse.biz/psepp/fn/pcc/sfn/ww_buildall/cn/ww_showepage/SH/47930317f6f6c50c7d5445583be49b/index.html

 

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