Archive for Januar 2012

h1

Rente ab 67 – Wie Unternehmen die „Alten“ integrieren

31. Januar 2012

„Angesichts des starken Geburtenrückgangs und der gleichzeitig gestiegenen Lebenserwartung gibt es keine (…) Alternative zur Anhebung des Renteneintrittsalters. Unternehmen müssen daher das Thema Gesundheitsmanagement aktiv bearbeiten, sagt Dr. Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit.

Die (…) schrittweise Einführung der Rente mit 67 hat erneut eine Diskussion darüber aufflammen lassen, ob Arbeitnehmer gesundheitlich überhaupt dazu in der Lage sind, den damit verbundenen Anforderungen gerecht zu werden. Für die Gewerkschaften ist der Fall klar. Aus ihrer Sicht ist die Rente mit 67 nichts anderes als eine faktische Rentenkürzung. Als Beleg dafür wird die Tatsache angeführt, dass das faktische Renteneintrittsalter im Durchschnitt bislang bei etwa 61 Jahren liegt. (…)

Zweifellos gibt es eine nennenswerte Zahl von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen müssen. Deren durchschnittliches Renteneintrittsalter liegt derzeit bei etwa 51 Jahren. Daneben gibt es die Menschen, die wegen des Erreichens bestimmter Altersgrenzen in Rente gehen. Deren durchschnittliches Renteneintrittsalter liegt bei knapp 64 Jahren. Da die letztere Gruppe bei weitem stärker ist als die Gruppe derer, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen, ergibt sich als Durchschnitt über alle Gruppen der bereits genannte Wert von 61 Jahren.

(…) Für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen, verändert sich durch die Rente mit 67 so gut wie nichts, da die entsprechenden Abschläge nach oben begrenzt sind. Lediglich für Arbeitnehmer, die künftig relativ kurz vor Erreichen der Regelaltersgrenze erwerbsunfähig werden, bedeutet die Rente mit 67 eine Schlechterstellung gegenüber heute.

(…)

Dass die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der meisten Arbeitnehmer dazu ausreicht, eine verlängerte Erwerbsphase durchzustehen, steht außer Frage. Nicht nur, weil mit der gestiegenen Lebenserwartung auch die Vitalität im Alter zugenommen hat, sondern auch deshalb, weil der Anteil von Berufen mit schweren körperlichen Anforderungen enorm abgenommen hat.

Bleibt also nur die Frage, ob auch die Unternehmen bei diesem Spiel mitmachen. Haben Ältere überhaupt eine Chance auf längere Beschäftigung? Dazu zwei Antworten:

Die Erwerbstätigenquote der 55-64-Jährigen in Deutschland (…) hat inzwischen die 60-Prozentmarke erreicht bei weiter steigender Tendenz. Die Ursache dafür liegt (…) darin, dass die faktischen Frühverrentungsmöglichkeiten seit 2005 weitgehend abgeschafft wurden. (…) Prämien für den Ausstieg aus dem Erwerbsleben spiel[t]en in dieser Altersgruppe offenbar eine größere Rolle für das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt als Leistungsgesichtspunkte.

Die zweite Antwort lautet, dass sich die Leistungsfähigkeit von Älteren mit der altersgerechten Ausgestaltung von Arbeitsplätzen in vielen Fällen auf relativ einfache Weise auch dort aufrecht erhalten lässt, wo es um körperlich anstrengende Arbeiten geht. Dazu ist vor einiger Zeit eine Studie im Harvard Business Review erschienen, die (…) zeigen konnte, dass Ältere genauso produktiv sein können wie Jüngere, wenn die Arbeitsumgebung stimmt (*). (…) u.a. Dinge wie Leselupen, größere Buchstaben auf Displays, orthopädisches Schuhwerk und ergonomische Sitzmöglichkeiten.

(…) In Anbetracht der demographisch bedingten Verknappung von Fachkräften in den kommenden Jahren bietet aktives Gesundheitsmanagement in Verbindung mit altersgerechten Arbeitsbedingungen einen entscheidenden Schlüssel zur Aufrechterhaltung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

(*) Vgl. Loch, C.H.; Sting, F.J.; Bauer, N.; Mauermann, H. (2010): How BMW is Defusing the Demographic Time Bomb. Harvard Business Review, 88(3), 99-104.“

http://www.haufe.de/personal/newsDetails?Subarea=News&newsID=1327308174.55&chorid=00511427&newsletter=news%2FPortal-Newsletter%2FPersonal%2F50%2F00511427%2F2012-01-24%2FTop-News%3A%20Bericht%20aus%20Bonn%3A%20Rente%20ab%2067%20-%20Wie%20Unternehmen%20die%20%22Alten%22%20integrieren

23.01.2012 | Arbeitswelt & Unternehmen

Dr. Hilmar Schneider, Direktor Arbeitsmarktpolitik am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Bonn

Advertisements
h1

Grauer wohnen

24. Januar 2012

Der demografische Wandel schlägt sich in den Bundesländern ganz unterschiedlich nieder. Den größten Anteil an Seniorenhaushalten gibt es im Saarland.

Frank-Jürgen Weise schlug Alarm. Auf dem Jahreskongress des Beamtenbunds präsentierte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) in der vorvergangenen Woche beunruhigende Zahlen zum demografischen Wandel in Deutschland. „Die Entwicklung ist dramatisch“, sagte Weise. „Bis zum Jahr 2030 werden der deutschen Wirtschaft rund sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen.“ Allenfalls in einigen städtischen Regionen könne künftig die Einwohnerzahl noch wachsen, so der BA-Vorstandsvorsitzende.

Wie stark die Überalterung schon eingesetzt hat und wie unterschiedlich die einzelnen Bundesländer davon betroffen sind, zeigt nun eine Studie des Marktforschungsunternehmens GfK GeoMarketing.

Der Grundsatzbefund überrascht noch wenig: Die deutsche Gesellschaft befinde sich „mitten im demografischen Wandel“, heißt es darin. „Der Anteil der Familien mit Kindern sinkt, während der Altersdurchschnitt der Bevölkerung steigt.“

Doch im Rahmen einer groß angelegten Erhebung zur Bevölkerungsstruktur in Deutschland ermittelten die Forscher auch für alle Bundesländer den Anteil von Haushalten, in denen der Haushaltsvorstand (sprich: der Hauptverdiener) 60 Jahre und älter ist. Das Ergebnis ist überraschend, weil sich in den Daten keine demografische Ost-West-Schere zeigt. So liegt nicht wie erwartet ein ostdeutsches Bundesland an der Spitze – sondern das kleine Saarland. Hier beträgt der Anteil der Seniorenhaushalte mittlerweile 39 Prozent (siehe Tabelle) und liegt rund zwölf Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Es folgen die Ostländer Sachsen-Anhalt (37,6 Prozent) und Sachsen (37,2 Prozent), dann aber bereits die westdeutschen Flächenstaaten Schleswig-Holstein (36,2 Prozent) und Rheinland-Pfalz (36,1 Prozent).

Die jüngsten Haushalte kann die Bundeshauptstadt Berlin vorweisen. Hier sind nur rund 30 Prozent der Haushaltsvorstände 60 Jahre und älter. Das allerdings liegt wohl vor allem an den vielen Studenten und Singles: Der Anteil der Haushalte mit Kindern ist an der Spree so niedrig wie in keinem anderen Bundesland (21 Prozent).

Laut Studie ist dies für Ballungsräume eher untypisch, da sich die Altersgewichte zwischen Stadt und Land in Deutschland zunehmend verschieben: „Der Anteil der Älteren in ländlichen Regionen nimmt zu, der Anteil der Familienhaushalte steigt in den Ballungsräumen.“

bert.losse@wiwo.de

http://www.wirtschaftspresse.biz/psepp/fn/pcc/sfn/ww_buildall/cn/ww_showepage/SH/47930317f6f6c50c7d5445583be49b/index.html

 

h1

2011 in review

6. Januar 2012

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 4.800 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.