Archive for Mai 2011

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EU‑Bevölkerung wird älter und vielfältiger

16. Mai 2011

„Nach dem dritten Bericht zur Demografie, der in Zusammenarbeit mit Eurostat veröffentlicht wurde, leben die Europäer länger und gesünder.

Als positiver Trend zeichnet sich in dem Bericht ab, dass die Geburtenziffer weiterhin langsam steigt. Sie hat sich bereits von weniger als 1,45 Kinder je Frau auf 1,6 erhöht. Damit die Bevölkerungszahl stabil bleibt, sind jedoch 2,1 Kinder je Frau notwendig. Der Bericht verweist auf moderne Familienpolitik als gute Möglichkeit, um die Beschäftigung zu verbessern, indem für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesorgt wird.

Auch die Lebenserwartung ist beinahe stetig und einheitlich um etwa 2-3 Monate jedes Jahr angestiegen. Sie bildet die Hauptursache für die Alterung der Bevölkerung. Gleichzeitig gibt es geografische Unterschiede, denn in vier Mitgliedstaaten (Bulgarien, Litauen, Lettland, Rumänien) ist die Bevölkerungszahl durch die natürliche Entwicklung (mehr Sterbefälle als Geburten) und durch Auswanderung stark rückläufig.

Der Bericht legt auch dar, wie das Bevölkerungswachstum in Europa immer noch hauptsächlich durch die Einwanderung getragen wird. Etwa 1 bis 2 Millionen Nicht-EU-Bürger kommen pro Jahr in die EU-Mitgliedstaaten, und auch die Mobilität innerhalb der EU hat sich verstärkt. Bis 2060 wird sich der Anteil der Migranten und ihrer Nachkommen verdoppeln. Obwohl sich die Netto-Einwanderung in die EU infolge der Krise halbiert hat, steigt die Zahl der Nicht-EU-Bürger innerhalb der Union immer noch an.

Was die Mobilität innerhalb der EU betrifft, so zeigt die neue Eurobarometer-Erhebung, dass jeder Fünfte der Befragten aus den 27 EU-Mitgliedstaaten entweder im Ausland gearbeitet oder studiert hat, einen ausländischen Lebenspartner hat oder Immobilien im Ausland besitzt. Jeder zehnte Befragte gab an, in den nächsten zehn Jahren in einen anderen Mitgliedstaat ziehen zu wollen.“

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=89&newsId=1007&furtherNews=yes

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So können Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter fördern

16. Mai 2011

„Immer mehr Arbeitnehmer leiden laut den Krankenkassenstatistiken unter psychischen Belastungen. Unternehmen können Gesundheitsmaßnahmen anbieten, die steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Lesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema.

Unter die Steuerbefreiung fallen insbesondere die Leistungen, die im Leitfaden Prävention „Gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen“ aufgeführt sind. Dort sind die folgenden Handlungsfelder genannt:

1. Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands

  • Bewegungsgewohnheiten: Reduzierung von Bewegungsmangel, Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme,
  • Ernährung: Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung, Vermeidung und Reduktion von Übergewicht,
  • Stressbewältigung und Entspannung: Förderung individueller Kompetenzen der Belastungsverarbeitung zur Vermeidung stressbedingter Gesundheitsrisiken,
  • Suchtmittelkonsum: Förderung des Nichtrauchens, gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol, Reduzierung des Alkoholkonsums.

2. Betriebliche Gesundheitsförderung

  • Arbeitsbedingte körperliche Belastungen: Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen des Bewegungsapparats,
  • gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung: Ausrichtung der Betriebsverpflegungsangebote an Ernährungsrichtlinien und Bedürfnisse der Beschäftigten, Schulung des Küchenpersonals, Informations- und Motivierungskampagnen,
  • psychosoziale Belastung, Stress: Förderung individueller Kompetenzen der Stressbewältigung am Arbeitsplatz, gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung,
  • Suchtmittelkonsum: rauchfrei im Betrieb, Nüchternheit am Arbeitsplatz.

Kann ich meinen Mitarbeitern steuerfreie Zuschüsse für ein Fitness-Studio zahlen?

Unter die Steuerbefreiung fallen auch Barzuschüsse des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter für extern durchgeführte Maßnahmen. Die Übernahme bzw. Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine und Fitness-Studios ist jedoch nicht steuerbefreit. Unter die Steuerbefreiung fällt aber, wenn durch den Arbeitgeber ein Zuschuss für Maßnahmen gewährt wird, die Fitness-Studios oder Sportvereine anbieten und die den fachlichen Anforderungen des Leitfadens Prävention der Krankenkassen gerecht werden.

Kann ich mit meinen Mitarbeitern eine Gehaltsumwandlung zugunsten der Gesundheitsförderung vereinbaren?

Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass es sich um zusätzliche Leistungen des Arbeitgebers handelt. Leistungen, die unter Anrechnung auf den vereinbarten Arbeitslohn oder durch Umwandlung (Umwidmung) des vereinbarten Arbeitslohns erbracht werden, sind nicht steuerfrei. Seit 2011 geht die Finanzverwaltung auch dann von einer zusätzlichen Leistung aus, wenn sie unter Anrechnung auf eine andere freiwillige Sonderzahlung (z. B. freiwillig geleistetes Weihnachtsgeld) erbracht wird.

Was passiert, wenn der Höchstbetrag von 500 Euro überschritten wird?

Wird der jährliche Höchstbetrag von 500 Euro je Arbeitnehmer überschritten, ist weiterhin zu prüfen, ob es sich beim übersteigenden Betrag um eine nicht zu Arbeitslohn führende Maßnahme im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers handelt. Maßnahmen im Wert von bis zu 500 Euro bleiben aber auch bei Überschreiten des Höchstbetrags in jedem Fall steuer- und sozialversicherungsfrei.“

© HAUFE GRUPPE 2011
Quelle: http://www.haufe.de/profirma/newsDetails?newsID=1301644989.29&printPage=true

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Altersgerecht und zukunftssicher: Prävention und Personalentwicklung in einem mittelständischen Bauunternehmen Hering Bau GmbH

11. Mai 2011

Auf dem Bau sind die Belastungen besonders hoch. Im demographischen Wandel kann daraus für Bauunternehmen schnell ein Nachteil werden. Die westfälische Hering Bau GmbH hat viele Ansätze für gesündere und motivierte Mitarbeiter gefunden. Der Erfolg: Krankenstand und Fluktuation sind gesunken, das Unternehmen entwickelt sich weiter und sieht sich für die Zukunft gut gerüstet.

Die Hering-Gruppe stellt Architekturfassaden her und hat sich auf Produkte für den öffentlichen Raum sowie auf Systemlösungen beim Bau von Schienenverkehrs-Infrastruktur spezialisiert. Das mittelständische Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter am Hauptsitz im westfälischen Burbach, weitere 170 an den Standorten Wesel und Sabrodt. Das Durchschnittsalter der Belegschaft in Burbach liegt bei 42 Jahren, jeder fünfte Mitarbeiter ist über 50. Das Unternehmen führt regelmäßig Altersstrukturanalysen durch. Ergebnis: Im Jahr 2020 werden bereits 60 Prozent der Mitarbeiter älter als 45 Jahre sein.

Angesichts der hohen Belastungen in der Fertigteilproduktion und auf den Baustellen hat das Unternehmen bereits seit 1995 den Startschuss für die betriebliche Gesundheitsförderung und damit auch für eine altersgerechte Personalentwicklung gegeben.

  • Insbesondere Muskel- und Skeletterkrankungen sollten durch betriebliche Präventionsangebote verringert werden. Inzwischen ist der Bereich Gesundheitsförderung erweitert worden und unterbreitet die folgenden Angebote: Aus anfänglichen Kursen zur Rückengesundheit entstand eine Kooperation mit einem örtlichen Fitnessstudio. Inzwischen ist Hering selbst Anbieter und betreibt auf seinem Werksgelände ein öffentliches Gesundheitsstudio. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Sportveranstaltungen und Gesundheitstage sowie Kurse zum Zeit- und Stressmanagement erweitern das freiwillige Gesunderhaltungsangebot.
  • Ein 2009 gestartetes Pilotprojekt widmet sich speziell der psychischen Gesundheit. In Workshops erlernen Führungskräfte, wie sie Druck und Stress bei ihren Mitarbeitern erkennen und so Erkrankungen vorbeugen können.
  • Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Arbeitsplatzgestaltung. Seit 1995 wurden in vielen Bereichen Maßnahmen ergriffen, die es auch älteren Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeit ohne Einschränkung zu verrichten. Dazu gehören höhenverstellbare Fertigungstische, maschinelle Vorrichtungen zum Heben und Tragen von Lasten sowie ergonomisch gestaltete Bildschirmarbeitsplätze
  • Speziell vor dem Hintergrund des demographischen Wandels hat das Unternehmen weitere Lösungen gefunden: Gleisbau-Kolonnen werden als altersgemischte Teams zusammengestellt, so dass jüngere Mitarbeiter vom Erfahrungswissen der Älteren profitieren und das Know-how des Unternehmens erhalten bleibt.
  • Weiterbildung bzw. -qualifizierung stehen bei Hering allen Mitarbeitern unabhängig vom Alter offen. Laufbahnen werden aktiv gestaltet, Nachwuchskräfte systematisch gefördert.
  • Hering-Mitarbeiter können auf Zeitwertkonten freiwillig Stunden „ansparen“ oder Entgelte umwandeln. Durch diese Regelung können bis zu drei Jahre Vorruhestand angespart werden.
  • Leistungs-, Treue- und Gesundheitsprämien für die gesamte Belegschaft sowie Mitarbeiterpartnerschaften binden junge wie alte Arbeitnehmer an das Unternehmen, schaffen Leistungsanreize und sorgen für Motivation.
  • Darüber hinaus hat eine beteiligungs- und mitarbeiterorientierte Unternehmenspolitik bei Hering Bau Tradition. Bereits 1971 wurde ein Gewinnbeteiligungsmodell eingeführt, das bis heute alle Mitarbeiter am Erfolg teilhaben lässt.
  • Durch regelmäßige Mitarbeiterbefragungen und ein aktives Vorschlagswesen werden die Dynamik und Weiterentwicklung des Unternehmens langfristig gesichert.
  • Auch für das im Januar 2011 übernommene Gleisbauunternehmen mit 170 Beschäftigten wird Hering das Maßnahmenpaket nun mittelfristig umsetzen.

Aufgrund der umfangreichen Maßnahmen für eine altersgerechte Personalentwicklung konnte die Hering Bau GmbH als eines der ersten Unternehmen in Deutschland mit dem AGE CERT Siegel ausgezeichnet werden.

Ergebnisse

  • Mit etwa fünf Prozent liegt der Krankenstand deutlich unter dem Branchenmittel.
  • Die Fluktuation ist mit drei Prozent gering. 14 Jahre arbeitet ein Mitarbeiter heute durchschnittlich bei Hering.
  • Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation sind gestiegen.
  • Das Unternehmensimage wurde verbessert, die Arbeitgeber-Attraktivität ist gestiegen.
  • Hoch qualifizierte Mitarbeiter ermöglichen hohe Innovationsfähigkeit und steigern so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Erfolgsfaktoren

Sich frühzeitig mit den Folgen des demographischen Wandels befasst und in einem kontinuierlichen Prozess immer neue betriebliche Lösungen entwickelt zu haben. Mitarbeiter als das wichtigste Kapital zu sehen, ist bei Hering kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Philosophie. Mit den Mitarbeitern kommunizieren (MA-Befragungen, MA-Gespräche), um bedarfsgerechte Lösungen gemeinsam zu entwickeln. Eine Unternehmenskultur, die von Vertrauen geprägt ist.

Hemmende Faktoren

  • Vorbehalte einiger Mitarbeiter aufgrund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit
  • Hoher Wettbewerbsdruck erfordert hohe Anforderungen an Mitarbeiter (Schichtarbeit, hoher Zeitdruck, Arbeit draußen bei jedem Klima)
  • Angst, den Anforderungen im Alter nicht gerecht zu werden

(…) AGE CERT Qualitätssiegel für altersgerechte Personalentwicklung der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung. Mit AGE CERT werden seit 2009 Unternehmen und Verwaltungen ausgezeichnet, die sich in vorbildlicher Weise den personalpolitischen Herausforderungen des demographischen Wandels stellen, indem sie Motivation, Lern- und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter bis ins hohe Alter fördern und erhalten.

Quelle: http://www.inqa.de/Inqa/Navigation/Gute-Praxis/datenbank-gute-praxis,eDid=8677.html