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Generationengerechtigkeit im Betrieb

31. Januar 2011

1) Schaut nicht nur auf kalendarisch oder nach vermuteten Leistungsdefiziten definierte Altersgruppen, schaut auch nach betrieblich (und außerbetrieblich) unterschiedlich geprägten Generationen mit typischen Erfahrungen, Eigenschaften und Einstellungen. Interessiert euch dafür, wie diese Generationen zusammen- oder nebeneinander herarbeiten, in welche Konflikte sie verstrickt sind und wie sie von Vorgesetzen eingeschätzt und behandelt, gegeneinander in Stellung gebracht oder voneinander abgeschottet, bevorzugt oder benachteiligt werden. Und fragt euch, was das für den betrieblichen Zusammenhalt und für die betriebliche Innovationsfähigkeit bedeutet. Für betriebliche Akteure ist auch eine Selbstreflexion nützlich. Betriebsräte und Managementvertreter sollten sich fragen: Stehe ich einer bestimmten Generation im Betrieb näher als einer anderen und was bedeutet das für meine Generationenpolitik. Wir haben bei Betriebsräten eher eine Nähe zu älteren Stammgenerationen, bei Managementvertretern zu Nachwuchs-Generationen gefunden.

(2) Ob Jüngere und Ältere sich im Betrieb gleichermaßen fair behandelt fühlen und sehen und welche Gerechtigkeitsvorstellungen dabei leitend sind, ist eine bisher zu wenig beachtete Seite in den Arbeitsbeziehungen. Dabei ist die Orientierung an einem halbwegs ausgeglichenen Geben und Nehmen („Reziprozität“), auch im Hinblick auf unterschiedliche Stationen im Erwerbsverlauf und auf die Erwerbsbiographie ein Faktor, der Betriebsklima, Motivation der Beschäftigten und damit auch den Betriebserfolg entscheidend mit-bestimmt. Jeder sollte sich prüfen, was er für eine Vorstellung von einem fairen Umgang mit Jung und Alt im Betrieb hat und analysieren, ob Management, Betriebsrat und Beschäftigte hier übereinstimmen, ob starke Divergenzen bestehen und welche Auswirkungen das im Betrieb und für den Betrieb hat.

(3) Die Beschäftigung mit Generationen und Generationengerechtigkeit im Betrieb ist schon mehr als das ABC des Alterns im Betrieb, es ist das große Einmaleins. Das ABC erfordert zunächst einmal, dass man kalendarisches Alter, biologisches Alter, psychisches Alter und soziales Alter nicht miteinander verwechselt. Die gebräuchlichste Verwechslung ist die die von biologischem Alter und Altern und sozialem Alter und Altern. So werden Leistungseinschränkungen häufig als natürlicher, biologischer Verschleiß angesehen und dabei ihre soziale Definition (Was wird als Normalleistung definiert?) und ihre soziale Verursachung (durch inhumane Arbeitsbedingungen) unterschlagen.

http://www.denk-doch-mal.de/node/330

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