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Keine Älteren in FuE

1. Dezember 2010

Unter „Innovationsfuror und Altersweisheit“ schreibt Josef Reindl, Wiss. Mitarbeiter des iso Saarbrücken: „Auch wenn die Statistiken anderes vermelden und den hoch qualifizierten Älteren eine vglw. hohe Erwerbsquote attestieren, die Realität in den FuE-Bereichen der deutschen Unternehmen sieht anders aus. Während in den Werkstätten und an den Maschinenstraßen der Anteil der über 50jährigen ständig steigt und sie häufig bereits ein Drittel der Mannschaft stellen, sinkt er in den Konstruktionsbüros, Labors und Entwicklungsprojekten, so dass Ältere dort zu einer raren Spezies werden. So sie überhaupt noch da sind, findet man sie in Spezialisierungsnischen, unter den Führungskräften oder auf dem Abstellgleis. Im Herzen des Innovationsprozesses, im sog. Produktentwicklungsprozess (PEP), da wo die Ideen ausgeheckt, Produktvorschläge erarbeitet, (…),  da sucht man sie meist vergebens. Das Paradoxe ist, dass die Arena der körperlichen Arbeit, in der (…) die Arbeitskraft wirklich verschlissen wird, von immer mehr älteren Mitarbeitern bevölkert wird, die Arena der geistigen Arbeit hingegen, die auch ‚höhere Semester’ verrichten können, fast nur junge und mittelalte Beschäftigte beherbergt.

(…)

Der demographische Wandel macht vor den Toren der Innovationsbereiche nicht halt. Er ist keine Bedrohung (…) Die Betriebe müssen etwas dazutun: die Älteren ins Zentrum des Innovationsprozesses zurückholen bzw. stellen.

Die beiden Konzepte, die hier weiterhelfen können, heißen Altersmischung und die biographieorientierte Gestaltung der Entwicklungswege für Ingenieure. Durch die Altersmischung kann größere Stabilität in die Innovationsprozesse kommen und durch Fachkarrieren die Emigration aus den FuE-Bereichen, die zur Mitte des Arbeitslebens wahrscheinlich wird, gestoppt werden. Erst durch solche Vorkehrungen wird die größere Präsenz Älterer in der FuE zu einer Chance für die Unternehmen, ihre Innovationsprozesse zu konsolidieren, und für die Beschäftigten, sinnvoll und befriedigend ihr Arbeitsleben im höheren Alter zu leben.

http://www.denk-doch-mal.de/node/328

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