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Veränderte Arbeitswelt – Neue Aufgaben für Führungskräfte

30. November 2010

Mit dem vielfach beschriebenen und wissenschaftlich untersuchten Wandel der Arbeitswelt haben sich die Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten und damit auch die Arbeitsbelastungen und -beanspruchungen verändert. Durch technologische Innovationen und verbesserte Arbeitsverfahren wurden physische Belastungen und Beanspruchungen stark verringert. Zugleich sind aber in vielen Arbeitsbereichen die Anforderungen an das psychische Leistungsvermögen der Beschäftigten gestiegen.

Damit rücken arbeitsbedingte psychische Fehlbelastungen stärker in den Blickwinkel des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Sie müssen auch in der Diskussion über Produktivitätsentwicklung und wirtschaftliche Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden. Denn ebenso wie körperliche wirken sich auch psychische Fehlbelastungen nicht nur negativ auf die Gesundheit der Arbeitnehmer aus, sondern auch auf den Erfüllungsgrad der Leistungs- und wirtschaftlichen Ziele der Unternehmen.

(…) Arbeit zu gestalten ist eine wesentliche Führungsaufgabe. Führungskräfte können erheblich zur Verringerung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beitragen. Zugleich sind Führungskräfte auf besondere Weise selbst von psychischen Fehlbelastungen betroffen. (…) doppelten Rolle als ›Gesundheitsmanager‹ für die Beschäftigten einerseits und als selbst Betroffene andererseits an. (…)

Immerhin verursachen allein die Folgeerkrankungen psychischer Fehlbelastungen in der Arbeitswelt – abgesehen von den ausgelösten individuellen Leiden – nach Erhebungen der europäischen Kommission europaweit Kosten in Höhe von 20 Mrd. Euro. In einer in diesem Zusammenhang am häufigsten zitierten repräsentativen europäischen Umfrage der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen werden negative Folgen psychischer Fehlbelastungen von 28 Prozent der Befragten an zweiter Stelle der häufigsten arbeitsbedingten Gesundheitsprobleme genannt. (…)

(…)

Die in der Arbeitswelt erhöhten psychischen Belastungen und Beanspruchungen werden in einer gemeinsamen Erklärung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur »Zukunft einer zeitgemäßen betrieblichen Gesundheitspolitik« angesprochen. Ausgehend von veränderten Arbeitsanforderungen heißt es dort: »Durch diesen Wandel sind die sogenannten ›weichen‹ Faktoren – wie psychische Fehlbelastungen – stärker in den Blickpunkt gerückt. Die Bedeutung der Prävention in diesem Bereich wird künftig zunehmen.

In der ›Sozialpolitischen Agenda‹, die der Europäische Rat in Nizza verabschiedet hat,  heißt es, dass die Europäische Union bis zum Jahr 2010 »zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt« entwickelt werden soll. Das wird durch »ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren Zusammenhalt« angestrebt.

(…)

drei Handlungsfelder:

  1. branchenübergreifende Aktivitäten zur Gestaltung der Arbeit
  2. Vereinbarung branchenbezogener Aktivitäten und
  3. breite gesellschaftliche Debatte zum Thema »Wie wollen wir morgen arbeiten?«

Quelle: Gute Mitarbeiterführung, Psychische Fehlbelastung vermeiden, Herausgeber: Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), S. 6 f

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