h1

DPA vom 13.05.09 – Studie: Firmen vernachlässigen ältere Mitarbeiter

18. Mai 2009

TNS Infratest befragte 4000 Unternehmen im Winter 2008/09

„Mittelständige Unternehmen kümmern sich nach einer Studie noch zu wenig um ihre immer älter werdenden Mitarbeiter. So gibt es deutlich weniger Weiterbildungsmaßnahmen für ältere als für jüngere Mitarbeiter, heißt es in der Untersuchung, die die Commerzbank am Mittwoch (13.05.09) zusammen mit Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berlin vorstellte. Demnach hält es fast die Hälfte der Unternehmen für problematisch, Menschen bis zum 67. Lebensjahr zu beschäftigen. Von der Leyen sagte, der demografische Wandel komme unaufhaltsam auf die Gesellschaft zu. Er werde das Land nachhaltiger prägen als die gegenwärtige Wirtschaftkrise.

Laut von der Leyen werden ältere Mitarbeiter fälschlicherweise vor allem als „Kostenfaktor“ gesehen.“ Wegen Vorruhestandmöglichkeiten „hätten viele Unternehmen überhaupt keine Erfahrung damit, was es bedeute, ältere Menschen im Betrieb zu haben. (…) auch ein Grund, warum sich Vorurteile über die Defizite älterer Beschäftigter so lange halten können, anstatt über Kompetenzen, die Chancen, die Möglichkeiten zu reden. (…)

Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, forderte die Unternehmen auf, mehr für ältere Mitarbeiter zu tun. (…) mehr gesundheitliche Vorsorge im Betrieb und den verstärkten Einsatz von altersgemischten Teams (…) Ältere Mitarabeiter (dürften) bei der Weiterbildung nicht zurückstehen (…). Gerade in der Krise müssten Unternehmen darauf achten, ihre gut ausgebildeten Fachkräfte und deren Faschwissen nicht zu verlieren.“

Die Mittelständler hätten die Bedeutung des demografischen Wandels für die eigenen Firma noch nicht erkannt. „Mit einem Personalmangel rechnen viele erst in der Zukunft – vor allem bei Auszubildenden. Der Mittelstand strebe eher eine Verjüngung der Belegschaften an – und das stehe im Widerspruch zum demografischen Trend. (…) jetzt ist die Hälfte der Mitarbeiter bei Mittelständlern zwischen 30 und 50 Jahren alt.  In wenigen Jahren hätten diese Beschäftigten das Alter erreicht, das heute oft als problematisch angesehen wird.“

„Der Umfrage zufolge fordern die Unternehmen ein gesellschaftliches Umdenken, um ältere Mitarbeiter länger beschäftigen und besser integrieren zu können.“ Gefordert werden „vorurteilsfreier Umgang der Generationen untereinander“, „Abkehr vom Jugendwahn“, „größere Bereitschaft (…), im höheren Alter zu arbeiten und zu lernen.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: