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AMI International

7. April 2009

Alternsgerechte Gestaltung von Schichtarbeit beim niederösterreichischen Düngemittelhersteller AMI International

Schichtplanreform, die zusammen mit weiteren Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung bei den älteren Beschäftigten zu einer besseren Arbeits- und Lebensqualität geführt hat. Das Durchschnittsalter der etwa 700 Arbeiter im Produktionsbereich liegt bei 43 Jahren. Ein Großteil der Beschäftigten in der Produktion arbeitet in Schichtarbeit.

Mit Blick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz stellen Schichtarbeitssysteme besondere Herausforderungen an ihre Gestaltung. Vor diesem Hintergrund führte das Unternehmen Ende der 1990er Jahre ein Programm zum produktiven Altern ein. In der Analysephase hatte sich gezeigt, dass sich bei vielen Schichtarbeitern die Arbeitsfähigkeit ab dem 45. Lebensjahr schlagartig verschlechtert. Angesichts dieser Ergebnisse wurde eine Reihe von Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung durchgeführt (z.B. Gesundheitstrainings für Schichtarbeiter, ergonomische Verbesserungen), wobei der Schwerpunkt auf der alternsgerechten Gestaltung der Schichtarbeit lag. Hier wurden die folgenden Änderungen vorgenommen:

  • Umstellung von 6-Schichtbetrieb auf 5-Schichtbetrieb (vorwärts rotierend) mit drei bis vier freien Tagen (statt vorher zwei)
  • Freischichten an jedem zweiten Wochenende
  • die wöchentliche Arbeitszeit wurde von 35 auf 34 Stunden gesenkt
  • Nachtschichten wurden von einst 8 Schichten auf 6 Schichten im Monat reduziert

Im Oktober 2001 wurde der neue Schichtplan zunächst mit 92 Arbeitern in der Düngemittelproduktion umgesetzt und später dann auch in anderen Abteilungen übernommen. Im Jahr 2004 wurden darüber hinaus weitere Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung eingeführt:

  • Neuausstattung der Messwarten in der Produktion (Verbesserungen im Bereich der Ergonomie und der Licht- und Klimaverhältnisse)
  • Einrichtung eines voll ausgestatteten Fitnesscenters, welches rund um die Uhr von den Beschäftigten genutzt werden kann
  • Erstellung von individuellen Fitnessplänen (Angebot von Sportkursen und Lauftrainings)
  • Arbeiter aus der Produktion wurden speziell geschult, um mit den Auswirkungen von Nachtschichtarbeit umgehen zu können
  • Gesundes Kantinenessen, welches von Ernährungsberatern empfohlen wird

Ergebnisse: Eine Studie vom Jahr 2004 bestätigt den Erfolg des Programms. Im Einzelnen zeigten sich die folgenden Ergebnisse:

  • Verbesserung der Arbeits- und Lebensqualität
  • Bessere Bewältigung von Nachtschichten

84% der Arbeiter aus dem Produktionsbereich stimmten für eine Fortführung des neuen Schichtmodells Unternehmen und Gewerkschaften bzw. der Betriebsrat werteten die Initiative als vollen Erfolg

Erfolgsfaktoren

  • Analyse der Ausgangssituation
  • Sorgfältige Planung und Pilotierung der Maßnahme
  • Gute Kooperation zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat
  • Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Gestaltung der Schichtpläne

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs verlieh AMI International nach einem Audit von unabhängigen Experten die Auszeichnung Responsible Care.

Quelle: inqa

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