Mit ‘Produktivität’ getaggte Artikel

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Was Alte wirklich kosten | Fördermittel

2. Februar 2011

(…) „Ältere Mitarbeiter sind zu teuer!“ – Eine genaue Analyse sämtlicher Personalkosten im Vergleich zum Nutzen widerlegt dieses Vorurteil.  (…) Neben dem Gehalt werden von einem Teil der Personaler auch der längere Urlaub und durchschnittlich längere Krankheitszeiten als Faktoren angeführt, die Ältere teurer machten.

Personalkostengruppen im Einzelnen (…)

  • Bestandskosten, also Entgelt und Personalzusatzkosten, werden in der Regel in den Unternehmen durch das Rechnungswesen oder das Personal-Controlling relativ gut erfasst.
  • Aktionskosten im Personalbereich fallen für die Beschaffung, die Entwicklung, den Einsatz und die unter Umständen nötige Freisetzung des Personals an. Es handelt sich also um Kosten, die im Rahmen der Ausübung der Funktion des Personalmanagements anfallen.
  • Als Reaktionskosten gelten alle Personalkosten, die dem Unternehmen ohne unmittelbare eigene Entscheidung entstehen. Dazu zählen vor allem Fluktuationskosten und Fehlzeitenkosten (insbesondere bei Absentismus).

(…) Kostenarten näher beleuchten, bei denen allgemein vermutet wird, dass sich das Alter des Mitarbeiters auf die Höhe auswirkt. (…).

(…)  Entgelt für geleistete Arbeit, (…) eine höhere Entlohnung Älterer sich durch eine größere Erfahrung und damit größere Produktivität rechtfertigt. Zum anderen verschwinden aber auch etwaig noch bestehende ungerechtfertigte höhere Entlohnungen für Ältere aufgrund reiner Senioritätsregeln zunehmend.

Bei den Personalzusatzkosten muss berücksichtigt werden, dass in einer größeren Zahl von Betrieben die Personalzusatzkosten für die in den letzten Jahren eingestellten Mitarbeiter, gleich welchen Alters, aufgrund einer verbreiteten Reduktion von Leistungen geringer sind. Langjährig Beschäftigte, und damit in der Regel eher ältere Beschäftigte, können dann aufgrund ihrer erworbenen Ansprüche relativ hohe Kosten verursachen.

Bei den Reaktionskosten ist davon auszugehen, dass die Fluktuationskosten bei älteren Mitarbeitern unter dem Strich geringer sind. Sie haben in der Regel eine geringere Neigung ihren Arbeitsplatz zu wechseln und eine hohe Betriebstreue. Nach einer Studie von Towers Perrin können die Kosten für den Ersatz eines qualifizierten Mitarbeiters bis zu 50 Prozent eines Jahresgehalts ausmachen.

(…) Fehlzeitenkosten. Studien belegen, dass ältere Mitarbeiter seltener als jüngere krankheitsbedingt ausfallen, die Summe der Ausfallzeiten jedoch insgesamt höher ist. Zumindest entlastend für die Unternehmen wirkt dabei, dass die Pflicht zur Entgeltfortzahlung für sie zeitlich begrenzt ist. Zudem ist ein Großteil der gesundheitlichen Ausfälle hausgemacht. Durch ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement können die Unternehmen die Kosten positiv beeinflussen. Der Verband der Betriebskrankenkassen geht davon aus, dass beispielsweise durch den Einsatz individueller Gesundheitsberatung im Betrieb eine Rendite von 2,50 bis 5,90 Euro je investiertem Euro erzielt werden kann.

Aktionskosten: (…) Kosten für die Beschaffung älterer Mitarbeiter sind heute vermutlich ähnlich hoch wie die Kosten für die Rekrutierung jüngerer Arbeitnehmer. Sollte sich jedoch der „War for talent” bezogen auf den Bereich der Jüngeren wieder verschärfen, wovon mittelfristig auszugehen ist, wird sich die Situation zugunsten Älterer verändern. (…)

Bei der Personalbeschaffung sind schließlich die Kosten für die Einarbeitung der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Wir gehen hier davon aus, dass individuelle Unterschiede viel stärker ins Gewicht fallen als altersbedingte.

Betrachtet man die Freisetzungskosten, die bei einem notwendigen Personalabbau entstehen, wird in der Regel davon auszugehen sein, dass ältere Mitarbeiter, natürlich auch aufgrund der längeren Betriebszugehörigkeit, im Falle von Sozialplänen höhere Abfindungssummen erhalten. Gemildert werden kann das Problem durch eine vorausschauende und flexible Personalplanung und den Abschluss von befristeten Arbeitsverträgen. Insbesondere bei älteren Mitarbeitern erlaubt das Teilzeit- und Befristungsgesetz relativ lange Befristungsmöglichkeiten. Da diese Regelung aber auch nach ihrer Neuformulierung Mitte 2007 immer noch rechtliche Risiken birgt, sollte in der Praxis besser auf die herkömmlichen Befristungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden (…). Durch die vorgeschaltete Befristung können kostenintensive Fehlbesetzungen zumindest zeitnah beendet werden.

Nicht nur die Kosten, auch der Nutzen einer Beschäftigung älterer Mitarbeiter muss bei einer Gesamtschau berücksichtigt werden:  (…) Ergebnisse empirischer Studien zur Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer zeigen auf, dass Unterschiede aufgrund des Alters sehr gering sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die im Erwerbsleben entwickelten persönlichen Wissenssysteme und Handlungsstrategien vielfach Einbußen in anderen kognitiven Bereichen, wie der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, kompensieren. Training und kontinuierliche Übung kognitiver Fähigkeiten können diesen Prozess positiv unterstützen. Eine Zusammenfassung arbeitswissenschaftlicher Studien von Börsch-Supan kommt zum Ergebnis, dass die sogenannte Defizit-Hypothese, die einen altersbedingten Abbau von beruflicher Befähigung und Leistungsfähigkeit unterstellt, empirisch nicht belegt ist.

(…) In unserer arbeitsteiligen Gesellschaft realisiert sich Arbeitsproduktivität zusehends weniger über die Leistung von Einzelpersonen als über das Zusammenwirken von Mitarbeitern – teilweise über Organisationsgrenzen hinweg – in Teams. Allgemein hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass Projektteams aus Jüngeren und Älteren mehr Effizienz schaffen und Planungsfehler leichter vermieden werden können. Die Ergebnisse einer aktuellen empirischen Studie weisen darauf hin, dass ältere Mitarbeiter insbesondere bei komplexen Aufgabenstellungen wertvolle Ressourcen wie Erfahrung und Urteilsvermögen in Arbeitsgruppen einbringen können, die die Gesamtarbeitsleistung verbessern. Wenn es um die Bearbeitung von Routineaufgaben geht, besteht, so die Erkenntnisse der Forschung, zwischen der Altersheterogenität eines Teams und der Arbeitsleistung kein Zusammenhang.

Fazit: (…) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Argument, ältere Mitarbeiter würden zu hohe Personalkosten verursachen, in den meisten betrieblichen Kontexten nicht stichhaltig ist. Insbesondere wenn man neben den Personalkosten im engeren Sinne auch die Aktions- und Reaktionskosten im Personalbereich und den Nutzen, der durch die Ausschöpfung der Potenziale älterer Mitarbeiter entsteht, mit ins Kalkül zieht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Beschäftigung Älterer wird in den meisten betrieblichen Kontexten positiv sein. Verschiedene staatliche Förderprogramme können dazu beitragen, das Verhältnis zugunsten Älterer noch zu verbessern.

Maßnahmen für höhere Beschäftigungschancen Älterer

(…) Initiative 50plus: (…)  Personalkosten reduzieren bei der Beschäftigung Älterer

  • Kombilohn für Ältere: Er soll bewirken, dass ältere Arbeitslose schnell wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Ältere Arbeitslose, die eine Beschäftigung mit einem niedrigeren Nettoentgelt als vor ihrer Arbeitslosigkeit aufnehmen, erhalten einen teilweisen Ausgleich für ihre Lohneinbußen von der Agentur für Arbeit. Arbeitgeber können indirekt davon profitieren, da der Anspruchslohn potenzieller neuer älterer Mitarbeiter reduziert wird und damit geringere Personalkosten entstehen. Im Bewerbungsgespräch sollte der Personalmanager gegebenenfalls ältere Bewerber auf diese Möglichkeit hinweisen.
  • Eingliederungszuschüsse: Die neuen Förderkonditionen für die Einstellung von älteren Arbeitnehmern sind bezüglich Förderhöhe und -dauer attraktiver, transparenter und verbindlicher gestaltet als bisher. Der Eingliederungszuschuss wird künftig für mindestens ein Jahr und in Höhe von mindestens 30 Prozent der Lohnkosten geleistet. Die Förderhöchstgrenzen liegen bei drei Jahren und 50 Prozent. Der Zuschuss ist bei der zuständigen Agentur für Arbeit zu beantragen.
  • Weiterbildungsförderung älterer Arbeitnehmer: Die Bundesregierung fördert die berufliche Weiterbildung älterer Arbeitnehmer. Beschäftigte erhalten bereits ab 45 Jahren (!!!) und in Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern Förderleistungen (§ 417 Abs. 1 SGB III). Mit einem Bildungsgutschein können sie unter zertifizierten Weiterbildungsangeboten frei wählen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Arbeitgeber während der Qualifizierung Arbeitsentgelt zahlt und die Weiterbildung Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die über reine arbeitsplatzbezogene Anpassungsfortbildungen hinausgehen. (Auch für gering qualifizierte Mitarbeiter kann eine ähnliche Förderung erfolgen.) Durch diese Förderung können zumindest für Teile der Belegschaft indirekte Personalkosten für notwendige Qualifizierungsmaßnahmen reduziert werden. Dabei ist aber auch klar, dass die Kosten durch den Personalausfall in der Regel einen größeren Anteil an den gesamten Qualifizierungskosten ausmachen als die direkten Kosten für Trainerhonorare, Teilnahmegebühren oder Schulungsunterlagen und Ähnliches. Dennoch sollten gerade Führungskräfte und Personalentwickler in kleinen und mittelständischen Unternehmen diese Möglichkeit der Entlastung ihres Weiterbildungsbudgets kennen und nutzen.

Programm „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen”: (…) 62 innovative Regionalprojekte zur Vermittlung von älteren Arbeitsuchenden, gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales . Die Projekte bieten häufig weitere kostenlose Unterstützungs- und Beratungsleistungen für Unternehmen, beispielsweise im Bereich der Personalbeschaffung und -vorauswahl, an. Interessierte Unternehmen sollten mit den Projektakteuren vor Ort Kontakt aufnehmen (weitere Info unter: www.perspektive50plus.de).

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AUTOR: Dieter Stößel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gemeinnützige GmbH, Nürnberg.

Quelle dieses Textes: http://www.haufe.de/personal/personalmagazin/magazineItemDetail?editionID=1208160257.95&articleID=39&chorID=01602689

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Alterung und Produktivität

12. Juli 2010

Nach Prof. Dr. Bert Rürup, heute Chefökonom der AWD, ist die “demografische Verschiebung ein schleichender Prozess. Das zentrale Problem liegt in der Alterung der Menschen. Die Lebenserwartung ist zwar um 30 Jahr gestiegen, doch damit schrumpft die Erwerbsbevölkerung doppelt so schnell. Die Alterung frißt somit die Produktivität auf. 2030 wäre ds eine 17 prozentige Leistungsabnahme des Produktionsfaktors Arbeit.

(Gesundheitspolitische Fachtagung am 27. Februar in Mainz)

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Produktivität der Betriebe bleibt auch bei steigendem Anteil älterer Beschäftigter gleich

3. Februar 2009

Produktivität der Betriebe bleibt auch bei steigendem Anteil älterer Beschäftigter gleich.
Die Mannheimer Arbeitsgruppe um PD Dr. Zwick, Tübingen und PD Bookmann, Mannheim, konnte allerdings bereits zeigen, dass Betriebe häufig dann stärker altern, wenn es ihnen wirtschaftlich nicht gut geht und sie deshalb nur relativ wenige jüngere Beschäftigte neu einstellen können. Wenn man diesen Effekt berücksichtigt, zeigen repräsentative Berechnungen für Unternehmen aus allen Branchen der deutschen Wirtschaft, dass die Produktivität der Betriebe mit einem steigenden Anteil älterer Beschäftigter nicht zurück geht, sondern gleich bleibt.

http://www.uni-kassel.de/presse/pm/anlagen/Projekt_Boockmann_Zwick.pdf

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Alter und Leistungsfähigkeit

6. Januar 2009

Es geht dabei um Fähigkeiten, die die Leistungserwartung in mehrerer Hinsicht befriedigen: Körperliche, geistige und auch seelische Fähigkeiten. Welche Rolle spielt dabei das Alter? Führt es zwingend zu geringern Fähigkeiten und Fertigkeiten, so wie es viele annehmen? Das muss man wohl verneinen. Augenscheinlich wird die Befähigung im Alter durch die Biologie/die genetische Disposition, soziale Faktoren und das Training/den Trainingszustand bestimmt. Insgesamt also durch individuelle Größen.

 

Für die Wirtschaft zählt allerdings lediglich die Frage der Produktivität (und dies bei Jung und Alt), also was der Einzelne tatsächlich in der gegebenen Zeit und unter den gegebenen Umständen zu leisten in der Lage ist – an Ertrag bringt.

 

Klammern wir den Aspekt allerschwerster körperlicher Beanspruchung aus, die die gesamte Leistungsfähigkeit eines zwanzigjährigen gesunden Mannes bedeuten würde; denn diese Tätigkeiten existieren in der heutigen Arbeitswelt an sich gar nicht. Bei den meisten Tätigkeiten reicht eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit durchaus aus.

 

Für die erwünschte hohe Produktivität ist dahingegen etwas ganz anderes verantwortlich: Können/Expertise/Fachwissen und Erfahrung, die im Arbeitsalltag eingesetzt werden. Sie sind die Grundlage für den Wert der Arbeit; für Qualität und Fehlerfreiheit, für die aufzuwendende Arbeitszeit und auch für die breite Einsetzbarkeit und Flexibilität des Faktors Arbeit, also der Arbeitnehmer. Die tragen weiter auch durch ihre Beständigkeit bei und durch ihre persönliche Motivation, deren individuelles Niveau, auch von Einflüsse aus der Umwelt bestimmt wird.

 

In der Zusammenschau schneiden bei all diesen Faktoren – natürlich höchst individuell – die Älteren nicht schlechter ab. Vermutlich haben sie in mancherlei Hinsicht sogar besserer Karten. Wegen der sich ständig verändernden Anforderungen ist auch die Bereitschaft zur Veränderung, also Aufgeschlossenheit und Offenheit erforderlich. Beide sind Resultat von Sicherheit und Selbstvertrauen – und die sind bei Älteren in höherem Ausmaß zu erwarten. Auch ist die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme notwendig, wozu das eben Gesagt gilt.

 

Studien haben ergeben, dass Ältere Mitarbeiter zwar nicht häufiger, aber zumeist länger krank sind. Die Gründe seien dahingestellt. Diese Fehlzeiten bedingen bei den Unternehmen höhere Kosten.

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