Mit ‘Erfahrung’ getaggte Artikel

h1

Segmüller

8. April 2009

Nach INQA

Bei der Neueröffnung eines Möbelhauses im hessischen Weiterstadt wurde die Hälfte der über 800 neu zu besetzenden Stellen mit älteren Arbeitslosen besetzt, die zu zertifizierten Einrichtungsberatern qualifiziert wurden.  Das Unternehmen mit Stammsitz in Friedberg bei Augsburg und insgesamt annähernd 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, stellt gezielt ältere Arbeitslose für den Verkauf und die Beratung ein.

Grund: die Älteren verfügen über die für den Möbelverkauf und die Beratung unerlässliche Kompetenzen, nämlich soziale Kompetenzen und Souveränität, die sie sich im Laufe der Jahre angeeignet haben. Darüber hinaus haben die Älteren selbst im Laufe ihres Lebens Erfahrungen mit Neueinrichtungen gesammelt, können also fachlich gut beraten.

Es hat sich gezeigt, dass Ältere

  • verlässlich sind,
  • geringere Arbeitsunfähigkeitsfälle aufweisen,
  • pflichtbewusst sind,
  • gut verkaufen können und
  • die Arbeit zu schätzen wissen und ein hohes Maß an Identifikation und Motivation mitbringen.

Die älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen im Unternehmen an allen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teil. Zudem ist auch für die älteren Beschäftigten noch eine Karriere möglich. Beispielsweise hat sich ein 56-jähriger ehemals Arbeitsloser vom Verkäufer zum Abteilungsleiter entwickelt.

h1

Alter und Leistungsfähigkeit

6. Januar 2009

Es geht dabei um Fähigkeiten, die die Leistungserwartung in mehrerer Hinsicht befriedigen: Körperliche, geistige und auch seelische Fähigkeiten. Welche Rolle spielt dabei das Alter? Führt es zwingend zu geringern Fähigkeiten und Fertigkeiten, so wie es viele annehmen? Das muss man wohl verneinen. Augenscheinlich wird die Befähigung im Alter durch die Biologie/die genetische Disposition, soziale Faktoren und das Training/den Trainingszustand bestimmt. Insgesamt also durch individuelle Größen.

 

Für die Wirtschaft zählt allerdings lediglich die Frage der Produktivität (und dies bei Jung und Alt), also was der Einzelne tatsächlich in der gegebenen Zeit und unter den gegebenen Umständen zu leisten in der Lage ist – an Ertrag bringt.

 

Klammern wir den Aspekt allerschwerster körperlicher Beanspruchung aus, die die gesamte Leistungsfähigkeit eines zwanzigjährigen gesunden Mannes bedeuten würde; denn diese Tätigkeiten existieren in der heutigen Arbeitswelt an sich gar nicht. Bei den meisten Tätigkeiten reicht eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit durchaus aus.

 

Für die erwünschte hohe Produktivität ist dahingegen etwas ganz anderes verantwortlich: Können/Expertise/Fachwissen und Erfahrung, die im Arbeitsalltag eingesetzt werden. Sie sind die Grundlage für den Wert der Arbeit; für Qualität und Fehlerfreiheit, für die aufzuwendende Arbeitszeit und auch für die breite Einsetzbarkeit und Flexibilität des Faktors Arbeit, also der Arbeitnehmer. Die tragen weiter auch durch ihre Beständigkeit bei und durch ihre persönliche Motivation, deren individuelles Niveau, auch von Einflüsse aus der Umwelt bestimmt wird.

 

In der Zusammenschau schneiden bei all diesen Faktoren – natürlich höchst individuell – die Älteren nicht schlechter ab. Vermutlich haben sie in mancherlei Hinsicht sogar besserer Karten. Wegen der sich ständig verändernden Anforderungen ist auch die Bereitschaft zur Veränderung, also Aufgeschlossenheit und Offenheit erforderlich. Beide sind Resultat von Sicherheit und Selbstvertrauen – und die sind bei Älteren in höherem Ausmaß zu erwarten. Auch ist die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme notwendig, wozu das eben Gesagt gilt.

 

Studien haben ergeben, dass Ältere Mitarbeiter zwar nicht häufiger, aber zumeist länger krank sind. Die Gründe seien dahingestellt. Diese Fehlzeiten bedingen bei den Unternehmen höhere Kosten.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.